Sun drängt mit Peer-to-peer-Netzen in die Unternehmen

Eine neue Version der Sun Grid Engine umfasst neue Regeln zur dynamischen, prioritätsgesteuerten Verteilung von Computerkapazität. Die Unternehmenslizenz, bisher ein kostenloser Download, wird nun kostenpflichtig.

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Von
  • Erich Bonnert

Eine neue Version der Sun Grid Engine umfasst neue Regeln zur dynamischen, prioritätsgesteuerten Verteilung von Computerkapazität. Die Unternehmenslizenz, bisher ein kostenloser Download, wird nun kostenpflichtig. Seit der Übernahme der Firma Gridware vor zwei Jahren hat der Unix-Hersteller Sun nach eigenen Angaben Peer-to-peer-Software für mehr als 3.000 kleine und grosse Netze ausgeliefert. Die Grid Engine übernimmt die Ressourcenverwaltung in verteilten Systemen, fasst ungenutzte Rechenzeit von Arbeitsplatzrechnern und Servern zu virtuellen Systemen zusammen und makelt freie Ressourcen zwischen rechenintensiven Aufgaben.

An solchen Grids nehmen typischerweise mehrere kleine Abteilungsnetze innerhalb größerer Organisationen teil. Aufwändige Anwendungen, etwa bei der Konstruktion und Simulation von Fahrzeugen, können so laut Sun in einem Bruchteil der zuvor benötigten Zeit abgewickelt werden, ohne dass eigens Server-Farmen oder Supercomputersysteme dafür eingerichtet werden müssen. Nur etwa 20 bis 30 Prozent der Rechenzeit werden konventionell bei Unternehmensrechnern genutzt, erklärte Sun-Produktmanager Peter Jevkof. Die Grid Engine soll dies auf bis zu 80 Prozent steigern. Autohersteller Ford etwa habe die Zeit für Rechenjobs in der CAD-Konstruktion von mehreren Tagen auf wenige Stunden verkürzt. Und die Biotech-Firma Cognigen analysiert die Wirkungsweise von Medikamenten mit Hilfe der Grid-Software rund 12-mal schneller. Auch die Army Research Labs der US-Streitkräfte fassen in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Rüstungskonzern Raytheon über 2.000 Workstations zu einem Rechenverbund zusammen.

Aus solchen Erfolgen will Sun künftig mehr Kapital schlagen. Die neue Unternehmensversion der Grid Engine, die heute offiziell vorgestellt wird, ermöglicht eine effizientere Zuordung von Ressourcen auf bestimmte Anwendungen. Die erforderlichen Kriterien können vom Anwender durch eine Policy-Management-Funktion individuell definiert werden. Außerdem ermöglicht das System eine minutiöse Erfassung der verbrauchten Kapazitäten und erzielten Resultate, etwa in Form von erreichten Projektmeilensteinen. Für solche Dienste sollen Anwender künftig ab 20.000 US-Dollar für ein Grid von bis zu 50 Prozessoren bezahlen. Für Netze von bis zu 2.000 CPUs kostet die Lizenz 80.000 US-Dollar. (Erich Bonnert) / (jk)