Mittwoch: Chip-Hortung, Windows 11, Firefox 93, Facebook-Ausfall & SMS-Comeback

Chip-Hamster in der Lieferkette + Windows 11 jetzt verfügbar + Firefox-Version 93 für mehr Privatsphäre + Facebook-Ausfall: Fehlersuche und SMS-Comeback

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Fab-Mitarbeiter hält Chip in die Kamera

(Bild: Dragon Images/Shutterstock.com)

Lesezeit: 3 Min.

Der weltgrößte Chip-Fertiger TSMC verdächtigt seine Kunden, Computerchips nicht nur für die eigenen Produkte zu verwenden, sondern sie auch zu horten. Neu sind Windows 11 und Firefox 93, und der Facebook-Ausfall und die Folgen beschäftigen uns weiterhin – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Seine Chips würden gehortet, anstatt genutzt. Darüber beschwert sich Mark Liu, Chef des weltgrößten Chip-Fertigers TSMC. Der weltweite Mangel an Computerchips liege nicht nur an der Coronavirus-Pandemie, sondern auch an Angst vor Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen China und den USA. Es verschärfe den globalen Chip-Mangel, wenn Chips laut TSMC gehortet werden.

Windows 10 muss man nicht horten, denn das Betriebssystem ist langsam überholt. Bis vor ein paar Monaten hieß es seitens Microsoft noch, dass Windows 10 die "letzte" Windows-Version sei, die ein festes Release-Datum bekommt. Doch nun kommt Windows 11 als Nachfolger. Gut drei Monate nach der Ankündigung im Juni 2021 und einen recht kurzen Test mit Windows-Insidern später ist Microsofts neues Betriebssystem Windows 11 jetzt allgemein verfügbar. Wir werfen einen Blick auf den Sachstand und offene Fragen rund um das neue Windows.

Man braucht aber kein Windows 11, um Firefox zu nutzen. Die neue Version 93 weitet die SmartBlock-Funktion aus, um Google-Analytics-Skripte, Amazon TAM und verschiedene andere (Werbe-)Skripte automatisch zu blockieren. SmartBlock sperrt von Disconnect gemeldete Tracker und Skripte und lädt lieber datenschutzfreundliche Alternativen. Ergänzend soll es mehr Schutz vor Referrer-Tracking geben. Die Privatsphäre steht im Vordergrund beim Firefox 93 mit SmartBlock 3.0 und strikterem Antitracking.

Windows 11 und Firefox 93 helfen leider nicht bei dem jüngsten Facebook-Ausfall. War es ein Angriff, ein Inside Job oder doch nur ein Konfigurationsfehler? Unmittelbar nach dem weltweiten Ausfall von Facebooks Systemen begannen Netzwerkadministratoren in den USA mit der Fehlersuche. Über den Auslöser dafür, dass sich das Zuckerberg-Imperium mit all seinen Diensten aus dem Netz verabschiedete, wird noch spekuliert. Was technisch passiert ist, wurde aber im Laufe des Abends immer klarer durch die Fehlersuche nach dem Facebook-Ausfall.

Der Facebook-Ausfall hatte auch andere Folgen als Social-Media-Entzug. Zur Überraschung der deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber hat die Panne zu einem sprunghaften Anstieg des SMS-Verkehrs geführt. Bei der Deutschen Telekom hat sich das SMS-Aufkommen im Störungszeitraum gegenüber dem normalen Volumen verachtfacht. Bei O2 und im Mobilfunknetz Vodafones war der Anstieg der Kurznachrichten nicht ganz so hoch beim SMS-Comeback dank Facebook-Ausfall, aber auch die Telefonminuten haben generell zugelegt.

Auch noch wichtig:

  • Nach Recherchen des TV-Satirikers Böhmermann haben Ministerien politische Facebook-Werbung maĂźgeschneidert an Partei-Interessierte ausgespielt. Es gibt bereits Konsequenzen, nachdem das Arbeitsministerium Facebook-Werbung an SPD-Interessierte gerichtet hatte.
  • Auf Barbados können nun alle Haushalte GlasfaseranschlĂĽsse nutzen (Fibre-to-the Home, FTTH). Ex-Monopolist Flow hat das Kupfernetz deaktiviert. Das Kupfer der Kabel wird in den USA wiederverwertet.
  • Heute von 13.00 bis 16.30 Uhr veranstaltet der Bundesbeauftragte fĂĽr Datenschutz und Informationsfreiheit ein virtuelles Symposium, um ĂĽber datenschutzrechtliche Aspekte der Verarbeitung personenbezogener Daten in polizeilichen Informationssystemen im Zeitalter von KĂĽnstlicher Intelligenz (KI) und "Big Data" zu diskutieren.

(fds)