Oracle streitet mit Analysten und dem Bundesstaat Kalifornien

Befriedigende Zahlen beflĂĽgeln den Aktienkurs von Oracle -- aber im Rechtsstreit mit der Verwaltung von Kalifornien ist noch nichts entschieden.

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Von
  • Torge Löding

Oracle-Chef Larry Ellison gab sich kämpferisch bei der Bekräftigung der Prognose für das vierte Geschäftsquartal. Das Ergebnis werde im Plan liegen -- den Analysten, die in den vergangenen Tagen orakelt hatten, das Unternehmen werde schlecht abschneiden, warf er vor, verantwortungslos zu sein. Oracle werde mit einem Gewinn von 12 Cent pro Aktie und einem Umsatz von insgesamt 2,6 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal punktgenau die Erwartungen erfüllen, die Analysten ursprünglich aufgestellt hatten. "Wenn wir dieses Ergebnis nicht erreicht hätten, dann hätten wir rechtzeitig eine Gewinnwarnung herausgegeben. Das haben wir aber nicht getan", polterte Ellison. Spekulationen um Massenentlassungen bei Oracle wies Ellison zurück. Die Gerüchte kamen auf, nachdem das Unternehmen vergangene Woche 200 Programmierer entlassen hatte.

Bei den Aktionären kamen Ellisons Aussagen gut an: Die Oracle-Aktie legte um 10,7 Prozent auf 8,6 US-Dollar zu. Der Technologiebörse Nasdaq verhalf dieses Ergebnis zu einem Positiv-Dreh: Mittwoch schloss sie 1,1 Prozent fester bei 1595 Zählern. Nach der Analysten-Warnung war der Oracle-Kurs zuletzt auf 7,2 US-Dollar gefallen. Trotz der befriedigenden Geschäftsprognose ist Ellison jedoch nicht frei von Sorgen: Zurzeit läuft ein Gerichtsverfahren gegen sein Unternehmen –- der Kläger ist die Verwaltung des Bundesstaates Kalifornien.

Ein Rechnungsprüfer hatte im April beanstandet, dass Oracle die Behörden beim Verkauf von Datenbanksoftware übervorteilt hat. Oracle beharrt darauf, dass der Preis von 94,6 Millionen US-Dollar gerechtfertigt ist und die Verwaltung des reichsten US-Bundesstaates dank des Einsatzes von Oracle-Programmen 163 Millionen US-Dollar einsparen kann. Am Mittwoch bezweifelte der Anwalt des Bundesstaates dieses und lud einen Zeugen vor, der bei seiner Beispielrechnung nur auf ein Ergebnis von 50 Millionen US-Dollar kam. Im Zusammenhang mit dem Auftrag an Oracle sollen angeblich auch Spenden an hochrangige Verwaltungsbeamte geflossen sein. Eine Entscheidung in dem Verfahren ist noch nicht gefallen. Vertreter anderer Bundesstaaten, in denen die Zusammenarbeit mit Oracle ohne Beanstandung läuft, sollen nun entgegen den Erwartungen Oracles nicht in den Zeigenstand gerufen werden. (tol)