Cracker werben fĂĽr Premiere World
Fast drei Dutzend Underground-Boards, die sich mit geknackten Zugängen zu Pay-TV-Angeboten beschäftigen, rufen jetzt dazu auf, sich ein Premiere-World-Abonnement zuzulegen.
Fast drei Dutzend Underground-Boards, die sich mit geknackten Zugängen zu Pay-TV-Angeboten beschäftigen, rufen jetzt dazu auf, sich ein Premiere-World-Abonnement zuzulegen. Die "verantwortungsbewussten MOSC-Boards" (MOSC, Modified Original Smart Cards) werben für den krisengeschüttelten Pay-TV-Betreiber und wollen bis morgen sogar ihre Foren geschlossen halten; am 19. März will der Premiere-World-Geschäftsführer einen Sanierungsplan vorlegen.
Nach eigenen Angaben wollen die Board-Betreiber damit "ein Zeichen für alle setzen, dass wir nicht tatenlos zusehen, wie Arbeitsplätze zerstört werden und Familien infolge dessen zu Bruch gehen. Und das nur, um ein paar Kröten zu sparen". Diese Einsicht kommt indes reichlich spät, zeichnete sich die Krise des Senders doch schon längere Zeit ab.
Allerdings dürften bei vielen eigennützige Motive bei dieser Entscheidung eine Rolle gespielt haben, denn über die einschlägigen Boards werden nicht nur Programme verteilt oder technische Informationen vermittelt; auch geknackte Chipkarten oder modifizierte Receiver lassen sich dort erstehen. Böse Zungen könnten daher behaupten, die Board-Betreiber werben nur für Premiere World, damit sie auch künftig noch mit Piratenkarten Geld verdienen. Sollte Premiere World nämlich tatsächlich scheitern, dürfte so manchem Mitglied der Community eine einträgliche Erwerbsquelle ausfallen.
Der krisengeschüttelte Bezahlsender hatte erst vor kurzem Verluste in Höhe von rund vier Milliarden Euro beklagt und eine neue Verkaufsstrategie angekündigt: Digitalreceiver, mit denen der Abo-Kanal zu empfangen ist, sollen bei einer Handelskette zum Preis von einem Euro angeboten werden. (wst)