Computex: MSI tanzt auf allen Hochzeiten

Serial-ATA, Onboard-BlueTooth, Hammer-Boards mit VIA- und AMD-Chipsatz sowie die Kombination aus i850E und ICH4: MSI zeigte alles.

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Bei Mainboards waren auf der Computex außer den obligatorischen Boards mit neuen Chipsätzen zwei spannende Trends zu beobachten: die Integration von Serial-ATA und Onboard-Bluetooth. Microstar realisiert beides und zeigt zudem als einziger Hersteller ein K8-Board mit VIA-Chipsatz, das nicht dem VIA-Referenzdesign entspricht.

Die SATA-Unterstützung will Microstar mit den Promise-Chips realisieren, die bald auf einigen i845E- und KT400-Boards zu finden sein werden. Schon die aktuelle Board-Generation soll mit BlueTooth oder WLAN aufrüstbar sein. Dazu hat Microstar einen der vorhandenen USB-Header an die Platinenrückseite verlegt, sodass man dort eine Adapterkarte mit Slotblech aufstecken kann und die Boards somit einfach mit internen USB-Geräten ausgestattet werden können.

Die so aufrüstbaren Boards will Microstar in zwei Bluetooth-Varianten anbieten: Für etwa 30 Euro Aufpreis liegt die interne BlueTooth-USB-Karte bei und für etwa weitere 65 Euro mehr bekommt man zusätzlich einen externen BlueTooth-USB-Stecker, mit dem sich ein weiterer Rechner funkfähig ausstatten lässt.

Viele Hersteller zeigten ein Hammer-Board (also ein Board für die nächste Prozessorfamilie von AMD, wahlweise Hammer oder K8 genannt) mit dem VIA-Chipsatz K8HTA, doch bei näherem Hinsehen entpuppten sie sich alle als das VIA-Referenzboard, das der Chipsatz-Hersteller offensichtlich freizügig verteilt hatte. Anders präsentiert sich das noch namenlose VIA-Board von Microstar: Unten in der Ecke sitzt ein Promise-Chip mit SATA-Anschlüssen, im Unterschied zu allen anderen K8-Boards stehen hier drei statt sonst nur zwei Speichersockel zur Verfügung. Das verwundert etwas, kann der Hammer doch derzeit gerüchteweise gerade mal mit einem Modul umgehen. Beim Verfolgen der Leiterbahnen der Speichersockel kann man anders als beim Referenzdesign von VIA nicht genau erkennen, ob sie am Prozessor oder an der Northbridge enden. Sollte der VIA-Chipsatz also doch ein eigenes Speicher-Interface haben? Genaue Auskünfte wollten uns weder Microstar noch VIA geben.

Auch das Hammer-Board mit AMD-Chipsatz zeugt von einer gewissen Eigenständigkeit: Der Prozessorsockel ist um 90 Grad gedreht, sodass die Speicher-Slots rechts sitzen. Die Northbridge (die AGP-Tunnel heißt) passte nicht zwischen CPU-Sockel und AGP-Slot, sodass er unter den PCI-Slots liegt und der AGP-Slot -- bisher einmalig -- zwischen die PCI-Slots wandern musste.

Als einer der wenigen Hersteller will Microstar den Intel-Chipsatz i850E (Rambus, FSB533, für Intel-Prozessoren) mit der modernen Southbridge ICH4 (USB 2.0, Ultra-ATA/133) ausstatten, eine Kombination, die Intel nicht validiert, die aber stabil zu laufen scheint. Zudem setzt Microstar auf das Board direkt einen Gigabit-fähigen Ethernet- und einen SATA-Chip. Das Board soll im Juli erscheinen. (jow)