MobilCom-Chef Schmid sucht Machtkampf in Aufsichtsratssitzung

Einen freiwilligen Rücktritt schließt der Chef des Telecom-Konzerns MobilCom, Gerhard Schmid, zurzeit kategorisch aus. Auf der heutigen Aufsichtsratssitzung könnte er abberufen werden.

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Von
  • Torge Löding

Einen freiwilligen Rücktritt schließt der Chef des Telecom-Konzerns MobilCom, Gerhard Schmid, zurzeit kategorisch aus. Der Financial Times Deutschland sagte er: "Dafür sehe ich keinen Grund, ich habe MobilCom keinen Schaden verursacht. Wenn France Telecom mich loswerden will, dann sollen sie mir und den anderen Aktionären ein faires Angebot machen. Solange ich Vorstandschef bin, werde ich dafür kämpfen, dass France Telecom die vertraglich vereinbarten Zusagen erfüllt."

Auf der nach einigem Hin und Her für heute anberaumten Aufsichtsratssitzung könnte es nun zu einer Abberufung Schmids kommen. Insidern zufolge war die Entmachtung Schmids bereits Thema auf der letzten Sitzung des Gremiums in der Nacht vor der Hauptversammlung in der vergangenen Woche. Dazu kam es dann zwar nicht, aber mit den Stimmen der France Telecom war Schmid auf der Aktionärsversammlung wenig später die Entlastung versagt worden.

Nach Einschätzung von Branchenexperten ist MobilCom damit immer noch von der Insolvenz bedroht. Ende Juli ist ein Kredit von 4,7 Milliarden Euro fällig, den das Unternehmen ohne Hilfe der Franzosen nicht bedienen kann. Erst vor wenigen Tagen hatte MobilCom allerdings gemeldet, dass sich France Telecom mit den Banken geeinigt habe und eine Insolvenz von MobilCom damit nahezu vom Tisch sei. (tol)