Die Bibliotheken und das Internet
Mit 500.000 Euro fördert die Bertelsmann Stiftung die Entwicklung von Modellen für das öffentliche Bibliothekswesen.
Welche Aufgaben bleiben noch den öffentlichen Bibliotheken, wenn das Internet immer mehr die papiergebundene Verteilung von Wissen und Information ersetzt -- werden sie zu Museen des Gutenbergschen Kulturerbes, Archiven schnellvergänglicher elektronischer Publikationen oder mutieren sie zu Einkaufsgenossenschaften, die für ihre Mitglieder die Bedingungen des Digital Rights Managements gegenüber den Verlagen aushandeln? Die Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände (BDB) und die Bertelsmann-Stiftung wollen gemeinsam in einem "Bibliothek 2007" genannten Projekt ein Modell zur Gestaltung des künftigen Bibliothekswesens in Deutschland erarbeiten. Die Bertelsmann-Stiftung stellt für das Projekt 500.000 Euro bereit.
"Bibliothek 2007" soll die öffentliche und fachliche Diskussion über Reformen und Rahmenbedingungen des Bibliothekswesens auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene anstoßen, wie der Sprecher des BDB, Georg Ruppelt, bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages erklärte. Der 1989 gegründete BDB mit Sitz in Berlin vereinigt unter seinem Dach den Deutschen Bibliotheksverband (DBV), den Berufsverband Information Bibliothek (BIB), den ekz-Bibliotheksservice (ekz), das Goethe-Institut Inter Nationes, die Bertelsmann-Stiftung und den Verein Deutscher Bibliothekare (VDB). Die 1977 gegründete Bertelsmann-Stiftung versteht sich als Denkfabrik, die Lösungsmodelle für Probleme in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft entwickelt. Mit einem Gesamtetat von derzeit 71,6 Millionen Euro ist sie eine der größten Unternehmensstiftungen in der Bundesrepublik. (Richard Sietmann) / (jk)