Kioxia EM6: SSDs mit zweimal 25-Gbit/s-Ethernet statt klassischer AnschlĂĽsse
Ethernet mit NVMe over Fabrics anstelle von SATA, SAS, M.2 oder U.2: Kioxias EM6-SSDs lassen sich ohne zusätzlichen Prozessor direkt im Netzwerk betreiben.
(Bild: Kioxia)
Kioxia hat die SSD-Baureihe EM6 vorgestellt, die sich erstmals per Ethernet direkt in ein Netzwerk einbinden lässt. Die SSDs werden mit dem NVMe-over-Fabrics-Protokoll (NVMe oF) über das Netzwerk angesprochen, ohne dass die Datenträger über Anschlüsse wie SATA, SAS, M.2 oder U.2 an ein Mainboard mit einem eigenen Prozessor angeschlossen sein müssen.
Insbesondere Betreiber von Rechenzentren können damit vergleichsweise simpel aufgebaute Speicherboxen ins System integrieren – “Just a Bunch of Flash” (JBOF) genannt. Kioxia hat die EM6-Baureihe bereits von Nvidia für das GPU-Direct-Storage-System (GDS) zertifizieren lassen, bei dem A100-Beschleuniger Daten aus den SSDs laden, um etwa neuronale Netze zu trainieren. RDMA over Converged Ethernet (RoCE v2) erlaubt Hostsystemen im Netzwerk den Fernzugriff auf die SSDs.
24 SSDs in einer Box
Kioxia setzt den Marvell-Controller 88SN2400 direkt in die SSDs, die wahlweise mit einem oder zwei 25-Gbit/s-Anschlüssen erscheinen. Marvell empfiehlt, dass man bis zu 24 solcher SSDs in eine JBOF-Box packt und redundant über zwei Switches ins Netzwerk integriert – für die Redundanz sind die zwei Anschlüsse pro SSD notwendig. Im Verbund wären somit laut Marvell Zufallszugriffe mit bis zu 18 Millionen IOPS möglich, wenn die SSDs das mitmachen.
(Bild:Â Marvell)
Über die internen SSD-Komponenten schweigt sich Kioxia ansonsten aus. Theoretisch sind über einen einzelnen Ethernet-Anschluss mit 25 Gbit/s Übertragungsraten von gut 3 GByte/s möglich. Die EM6-Serie erscheint mit Kapazitäten von 3840 und 7680 GByte in 15 mm hohen 2,5-Zoll-Gehäusen. Beide Varianten kann man innerhalb der Garantie einmal pro Tag vollständig beschreiben (1 DWPD). Die Foxconn-Tochter Ingrasys verkauft die ersten Storage-Systeme mit EM6-SSDs.
(mma)