Umweltbundesamt fragt online nach Lärmempfinden der Bundesbürger

Viele Deutsche fühlen sich durch Lärm beeinträchtigt. Das Bundesumweltamt fragt sie nun auch online nach ihren persönlichen Eindrücken.

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Donnernde Flugzeuge, rauschender Straßenverkehr, kläffende Hunde und bohrende Baustellen: Rund 80 Prozent der Deutschen fühlen sich mindestens zeitweise durch Lärm genervt. Deshalb ist das Umweltbundesamt (UBA) an den gegenwärtigen "Lärmerlebnissen" der Bundesbürger interessiert und will dabei den Umstand ausnutzen, dass 20 Millionen von ihnen über einen Internet-Zugang verfügen. Mit ihm können sie einen Fragebogen zum Lärmempfinden ansteuern und ausfüllen. Da die UBA-Homepage nach eigenen Angaben rund zwei Millionen Mal monatlich aufgerufen wird, sei sie eine gute Plattform für die Umfrage, meint das Bundesamt.

Lärm könne nicht mit Schallpegelmessern oder Ähnlichem erfasst werden, da er die Auswirkung störender und belästigender Geräusche ist, meint Andreas Troge, Präsident des UBA: "Wenn man also etwas über Lärm erfahren will, bietet sich als beste Methode die Befragung an." Dabei werden die Befragten ausdrücklich um ihre persönliche Meinung gebeten.

Die UBA-Fachleute rechnen mit einer hohen Beteiligung, denn Lärmbelastungen mit teilweise gesundheitsbeeinträchtigenden Wirkungen sind für viele Bürgerinnen und Bürger ein Dauerzustand. In einem so dicht besiedelten Land wie Deutschland sei zum Beispiel der Straßenverkehr in Wohngebieten eine bedeutende Lärmquelle für rund die Hälfte der Bevölkerung, heißt es in einer Mitteilung des UBA.

Ob und wie die Ergebnisse auf der Homepage des Bundesumweltamtes veröffentlicht werden, steht noch nicht fest. Zumindest wird dort an eine vierteljährliche Veröffentlichung gedacht. Im Vergleich zu anderen Erhebungsmethoden lassen Online-Umfragen noch zu viele Unsicherheiten in der Interpretation zu. Deshalb sollen die Ergebnisse aus der Online-Befragung mit herkömmlich ermittelten abgeglichen werden. (anw)