MobilCom-Vorstand informiert Mitarbeiter erst nach der Wahl (Update)
Auch die Arbeitnehmerseite sieht keinen sofortigen Informationsbedarf.
Der Vorstand des angeschlagenen Telecom-Unternehmens MobilCom wird die Arbeitnehmer frühestens in der nächsten Woche und damit nach der Bundestagswahl über das Zukunftskonzept für das Unternehmen informieren. Die Arbeitnehmerseite bemühe sich um einen Termin in der kommenden Woche, sagte Kai Petersen von der Gewerkschaft IG Metall am Donnerstag in Büdelsdorf. Es gebe keinen Zeitdruck; die Gewerkschaft habe es nicht eilig. Spekulationen um den Abbau von bis zu 2000 Arbeitsplätzen nannte Petersen "ein unwürdiges Schauspiel".
Die politische Auseinandersetzung um die staatlichen Hilfen für MobilCom setzte sich auch am Donnerstag fort. Der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Alfred Tacke, attackierte den Unions- Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber (CSU), der eine nachträgliche Lockerung der strengen Bedingungen für eine UMTS-Mobilfunklizenz ins Spiel gebracht hatte. Mit der Forderung, einen Handel mit den Lizenzen zuzulassen, werde große Unsicherheit in den Markt getragen, sagte Tacke. "Man muss zu den Auktionsbedingungen stehen. Sie sind unabänderbar", erklärte er.
Tacke betonte, dass die Bundesregierung keinen Einfluss auf die Entscheidungen der MobilCom-Geschäftsführung nehme. Auch über die Frage von Entlassungen müsse im Unternehmen selbst entschieden werden. Der Staatssekretär reagierte damit auf Gerüchte, nach denen die Regierung Druck auf MobilCom ausgeübt habe, in dieser Woche keine Zahlen über den zu erwartenden Arbeitsplatzabbau zu veröffentlichen. "Wir sind in denn Wahlkampf geraten; das haben wir uns nicht ausgesucht", sagte dazu Unternehmenssprecher Quaritsch. MobilCom hatte erklärt, es müssten mehrere hundert Stellen wegfallen. (dpa) / (tol)