Rassismus-Vorwurf gegen Vodafone
In einem Schreiben warnt Vodafone vor Vertragsabschlüssen mit Asylbewerbern. Der Flüchtlingsrat reagiert empört.
Ein Rundschreiben des Mobilfunkanbieters Vodafone D2 hat dem Unternehmen den Vorwurf des Rassismus eingetragen. Eine Vodafone-Niederlassung hatte an Fachhändler ein Rundschreiben unter dem Titel "D2 Klartext" versendet, in dem mehr als 40 Adressen von Kölner Asylbewerberheimen aufgeführt sind. Gleichzeitig wird vor Vertragsabschlüssen mit Kunden, die diese Adressen angeben, gewarnt. Hintergrund seien von Banden organisierte, betrügerische Vertragsabschlüsse.
Der nordrhein-westfälische Flüchtlingsrat warf dem Unternehmen Rassismus und pauschale Verunglimpfung aller Asylbewerber vor. Gegenüber heise online sagte Flüchtlingsrat-Sprecher Ernst Mitrowski: "Jeder Mensch in Deutschland muss die gleiche Chance haben, an Kommunikation teilnehmen zu können." Vodafone-Sprecher Christian Schwolow reagierte ebenfalls verärgert auf den Vorfall. Gegenüber heise online versicherte er, dass es sich um einen Einzelfall handele. "Eine Niederlassung hat das Schreiben aufgesetzt und ist damit ganz klar über das Ziel hinausgeschossen", sagte er. Den Rassismus-Vorwurf wies er hingegen zurück. "Vodafone ist ein internationales Unternehmen mit vielen ausländischen Mitarbeitern", sagte Schwolow. (tol)