Windows XP hat manches Mal ein Verfallsdatum

In den letzten Tagen mehrten sich Hinweise, dass Microsoft sein aktuelles Windows XP mit einem Verfallsdatum versehen hat.

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Einige Berichte, die die c't-Hotline erreichten, schildern Probleme bei der Installation von Windows XP. In verschiedenen Web-Foren heißt es zudem unisono, dass sich die jüngste Inkarnation von Microsofts Betriebssystem nach dem 30. Mai 2002 nicht mehr installieren lässt. Auch mache das nachträgliche Installieren von Treibern Ärger. Stelle man das BIOS-Datum zurück, so laufe die Installation einwandfrei durch, berichten Betroffene einvernehmlich.

Es ist derzeit unklar, welche XP-Versionen alle von diesen Problemen betroffen sind -- in der Redaktion gelang es mit diversen Versionen nicht, das Verhalten zu reproduzieren: Einzelne Leser erleben die Fehlfunktion mit MSDN-CDs, andere fĂĽhren das Fehlverhalten auf die Manipulation der Original-CDs zurĂĽck -- etwa solche, um die Zwangsaktivierung durch Ersetzen bestimmter Dateien aus einer Firmenkundenversion zu deaktivieren.

Microsoft Deutschland hat auf Anfrage von heise online zumindest bestätigt, dass einige MSDN-Versionen von Windows XP von den geschilderten Problemen betroffen sind. Für Abonnenten des Developer Network stellt Microsoft inzwischen korrigierte ISO-Images zum Download bereit. Alternativ empfiehlt der Support als Abhilfe bei bestehenden Installationen, die Datei nt5inf.cat zu ersetzen. Wer eine Nicht-MSDN-Version zur Hand hat, kann sie einfach von dieser CD in das Verzeichnis windows\system32\CatRoot\{F750E6C3-38EE-11D1-85E5-00C04FC295EE} kopieren.

Anders als bisher in diversen Web-Foren gemunkelt wurde, scheint für das Fehlverhalten jedoch nicht nur ein abgelaufenes Zertifikat verantwortlich zu sein. Bei allen in der Redaktion verfügbaren Versionen von Windows XP ist das Zertifikat der nt5inf.cat-Datei am 29.5.2002 abgelaufen. Dennoch zeigen diese Versionen nicht das berichtete Fehlverhalten. Anders die betroffene MSDN-Version: Hier bemängelt XP selbst einen fehlenden Zeitstempel.

Letztlich lässt die ganze Geschichte fast schon an einen seltsamen Hoax glauben, zumal die technischen Details noch immer unklar sind: Schließlich wird die Unterschrift, die Microsoft seinerzeit geleistet hat, nicht dadurch wertlos, dass das Zertifikat jetzt abgelaufen ist. Peinlich ist das ganze dennoch: XP dürfte noch rund ein Jahr das aktuelle System bleiben -- ein Zertifikat mit längerer Gültigkeit hätte sich da empfohlen. (ps)