Niedersachsen will "Software-Wirrwarr" in Verwaltung beenden

Die Landesregierung will ihre Verwaltung im Computer-Bereich völlig umkrempeln, meinte heute Ministerpräsident Sigmar Gabriel.

vorlesen Druckansicht 107 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • dpa

Die Landesregierung Niedersachens will ihre Verwaltung im Computer-Bereich völlig umkrempeln. Ein zentrales Konzept solle den heutigen Software-Wirrwarr ablösen, sagte Ministerpräsident Sigmar Gabriel am Dienstag auf der CeBIT. Dadurch werde die Verwaltung übersichtlicher und Bürger könnten leichter per Internet Behördengänge erledigen. "Heute kann man bei jedem beliebigen Unternehmen per Mausklick Kunde sein, aber bei der Kfz-Anmeldung muss man Schlange stehen", nannte Gabriel als Beispiel.

"Jeden Montagmorgen, wenn ich den Computer anschalte, ist der Server abgestürzt", verwies der Ministerpräsident auf seine eigenen Probleme, im Büro ins Internet zu kommen. "Das ist dann die Abteilung 'Ich bin nicht drin'", meinte er schmunzelnd. Nur durch eine Modernisierung könne die Verwaltung mit der Entwicklung in Wirtschaft und Gesellschaft mithalten.

Viele Datenverarbeitungs-Systeme in den Behörden seien untereinander nicht kompatibel. Die Struktur sei "anarchisch gewachsen" und brauche eine Steuerung von oben, sagte Gabriel. Dazu soll bis Herbst ein Konzept vorliegen, wie und mit welchen Firmen ein solcher Service umgesetzt werden könne. Noch in diesem Jahr wolle die Landesregierung außerdem ein zentrales Call-Center ins Leben rufen. Die Einrichtung solle keine "Telefonseelsorge" werden, meinte Gabriel. Anrufer erhielten dort Auskunft über Themen von der Schulreform bis zu Fragen der Wirtschaftsförderung.

Der Chef der Staatskanzlei, Peter-Jürgen-Schneider, sagte: "Wir müssen uns als öffentliche Verwaltung auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren." Der Bereich Informationstechnologie könne effizienter von Außenstehenden modernisiert werden und schneller, als dies mit Haushaltsmitteln möglich wäre. Dadurch könne das Land langfristig Geld sparen. Gabriel schränkte ein, dass sensible Daten wie aus dem Bereich Finanzen, Justiz und Polizei weiter ausschließlich -- auch technisch -- in der Hand der Regierung blieben. (dpa) / (anw)