Gentechnischer Alleskleber

Zeichnen mit DNS statt Tinte eröffnet dem Biomolekül neue Verwendung in der Nanotechnologie.

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Von
  • Hans-Peter SchĂĽler

Zeichnen mit DNS statt Tinte eröffnet dem Erbgutträger neue Verwendung in der Nanotechnologie. Laut einem Artikel des Magazins Science lässt sich ein Kraftfeldmikroskop wie ein Federkiel nutzen, um einzelne Moleküle des Biomoleküls Desoxyribonukleinsäure mit einer Auflösung von 50 Nanometer auf eine Oberfläche aufzutragen. Das vorrangige Ziel des Autors Chad Mirkin liegt in der Entwicklung nanotechnischer Gen-Chips, die sich bei mikrobiologischen Tests, etwa im Rahmen der Krebsforschung, nützlich machen sollen. Anders als bei anderen Forschungsansätzen kommt das Kraftfeldmikroskop bei Mirkin nicht primär als Abtast-Fühler zum Einsatz, sondern als präparatives Werkzeug.

Unternehmen wie der kalifornische Nanotech-Entwickler Nanoplex Technologies wittern bereits weit über die Forschung hinaus reichende Verwendungsmöglichkeiten für Mirkins Durchbruch: So könnte man kleinste Drähte, die auf individuellen Punkten eines nanotechnischen Trägers anzubringen sind, jeweils mit einer individuellen DNS markieren, die sich durch eine bestimmte Sequenz von Basenpaaren charakterisiert. Trägt man die jeweils passende DNS auf den vorgesehenen Kontaktpunkt des Trägers auf, wirkt sie dort wie ein selektiver Klebstoff, der genau das dorthin gehörende Gegenstück festhält. Verwendet man etwa für die unterschiedlichen DNS-Marker Segmente von 20 Basenpaaren, stehen nicht weniger als eine Billion unterschiedliche Markierungen zur Verfügung. (hps)