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Anti-5G-Armbänder: Niederländische Behörde warnt vor radioaktiver Strahlung

Armbänder für Kinder, die vor 5G-Strahlung schützen sollen, können selbst radioaktive Strahlungsquellen sein, warnt eine niederländische Strahlenschutz-Behörde.

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(Bild: Pavel Ignatov/Shutterstock.com)

Lesezeit: 2 Min.

Der nächste Funkstandard 5G erhitzt die Gemüter: Einzelne Kritiker der Generation Telegram sehen 5G als böse Gesundheitsgefahr und möchten es am liebsten generell verbieten. Sie gehören zu der Zielgruppe von allerlei angebotenen Schutzbändern, Amuletten und Schlafmasken, die angeblich vor 5G-Strahlung schützen sollen. Nun stellte eine niederländische Gesundheitsbehörde fest: Diese Artikel selbst können eine Strahlenquelle sein - sogar eine ionisierende.

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Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.

Seitdem 5G in der Planung ist, sind in entsprechenden Kanälen Verschwörungsmythen im Umlauf. Angeblich sollen 5G-Wellen sogar die menschliche DNA verändern. Die Jahre zuvor konnten sich die 5G-Gegner auf einen Verbündeten verlassen: den schleppenden Ausbau. Nachdem inzwischen europaweit Bewegung in die Sache kommt und der Ausbau vorangeht, scheinen findige Geschäftsleute eine Lösung anzubieten.

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Amulette, Schlafmasken und Armbänder, auch einige speziell für Kinder, sollen durch ionisierende Strahlung die Träger vor 5G-Wellen schützen. Die Authority for Nuclear Safe und Radiation Protection (ANVS), die niederländische Strahlenschutzbehörde, untersuchte mehrere Produkte und stellte fest, dass sie radioaktive Stoffe beinhalteten.

Schon die Anordnung der Verpackung des QuantumPendant erinnert den Autor an einen Demonstrationskoffer für eine radioaktive Strahlungsquelle aus seiner Bundeswehrzeit. In den Niederlanden darf sie mit dem strahlenden Inhalt nicht mehr verkauft werden.

(Bild: Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu)

Zwar, so warnt die Behörde, seien die Strahlungsmengen insgesamt gering. "Allerdings können bei dauerhaftem und langem Tragen dieser Produkte gesundheitliche Langzeitschäden nicht vollständig ausgeschlossen werden." Und die strahlenden Strahlenschutz-Artikel sind ja genau dafür ausgelegt, dauerhaft getragen zu werden. Somit werden reale Strahlungsquellen zu dem Zweck verkauft, um vor angeblicher Strahlung zu schützen.

Daher sprach die Strahlenschutzbehörde ein Verkaufsverbot für zehn getestete Artikeln aus und warnt ausdrücklich vor Verwendung dieser Produkte. Die Artikel dürfen als schwach radioaktiver Müll nicht einmal im Hausmüll entsorgt werden.

Wer also möchte, dass das weihnachtliche Strahlen der Kinderaugen weiterhin nur aufgrund der Geschenke entsteht, sollte strahlende Armbänder meiden.

(mawi)