IFA

T-Mobile: Mit dem iPhone Kicken gucken

Im Zentrum der Strategie der Mobilfunker steht aber der "einzig relevante Content" - der Fußball der 1. und 2. Bundesliga. Für Skype über Mobilfunknetze soll es eigene Tarife geben.

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Von
  • Detlef Borchers

Auf der IFA-Preview hat T-Mobile einige kleinere Neuheiten vorgestellt: Viel iPhone, etwas Android und ein fairer Zugang zu Skype sollen die Geschäfte beflügeln. Im Zentrum der Strategie der Mobilfunker steht aber der "einzig relevante Content" – der Fußball der 1. und 2. Bundesliga.

T-Mobile freut sich über die Generation iPhone. Wer Apple-Telefone benutzt, sorgt für eine 30-fach höhere Internet-Nutzung. Satte 80 Prozent der iPhone-Eigner sind mindestens viermal die Woche mobil im Internet unterwegs und bilden so eine netzauslastende Generation, von der andere Anbieter nur träumen können. Mit einem kleinen Widget namens "Liga Total" will die Telekom-Tochter nun die Menschen ködern, die sich aus dem schicken Telefon wenig machen, aber jeden Pickel von Schweini, Poldi und den anderen Fußballern interessiert verfolgen. Wer sich nach der IFA ein neues iPhone anschafft, kann ein Jahr lang "den einzig relevanten Content" in Deutschland kostenlos verfolgen. In der BRD ist das nicht etwa Sex, sondern das mobile Gekicke via IPTV. Auch für Android- oder Windows CE-Kunden will man entsprechende Widgets für den Empfang von "Liga total" anbieten. Mit 4,95 Euro Pro Monat oder dem Tageszugang von 1,95 Euro für einen Liga-Spieltag sollen die Kosten überschaubar sein.

Samsungs erstes Android-Smartphone

Ein weiteres attraktives Geschäft sollen Navigationsdienste sein, die T-Mobile in einer strategischen Partnerschaft mit Navigon als Mobile Navigator anbietet. Das entsprechende Widget für das iPhone wurde in Hamburg vorgestellt, eine Android-Version soll "in Planung" sein, konnte aber nicht gezeigt werden. Auf den unterstützten Plattformen soll die 3D-Navigation so genau sein, dass sie als "Fahrspurassistent" funktionieren kann. Die Jahreslizenz für D-A-CH soll 69,99 Euro kosten, die Europa-Lizenz 99,99 Euro, mit "echtem Osteuropa".

Das Betriebssystem Android soll nach wie vor ein strategischer Markt sein, den T-Mobile besetzen will. Das entsprechende Googlephone G2 (das HTC Hero), ein reines Touchphone, wurde angekündigt, aber nicht gezeigt. Allerdings stellte Samsung zum Ausgleich auf der IFA-Preview sein GT i7500 vor, sodass ein echtes Android-Touchphone vertreten war. Ob die Nutzungsprofile bei Android-Nutzern anders sind als beim hoch gelobten iPhone, wollte T-Mobile nicht kommunizieren.

Zum leidigen Thema Skype kündigte T-Mobile für die IFA die Bekanntgabe von "Staffelpreisen für eine Voice over IP-Option" an. Man wolle Skype keinesfalls verhindern, aber über faire Preise einen Ausgleich für entgangene Ferngesprächsgebühren erhalten, so die offizielle Sprachregelung. Im Gegensatz zu einigen gestreuten Vermutungen wird LTE für T-Mobile auf der IFA kein Thema sein, sondern soll zur CeBIT 2010 groß herauskommen. (Detlef Borchers) / (jk)