Chipindustrie-Zulieferer ASML erzielt 2021 Gewinn von knapp 6 Milliarden Euro

ASML hat seinen Nettogewinn 2021 von 3,6 Milliarden Euro 2020 auf fast 6 Milliarden Euro 2021 gesteigert.

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(Bild: ASML)

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Der niederländische Zulieferer für die Chipindustrie hat 2021 bei einem Umsatz von 18,6 Milliarden Euro einen Nettogewinn von 5,9 Milliarden Euro eingefahren. Für das neue Geschäftsjahr 2022 rechnet das Unternehmen mit einer Umsatzsteigerung von 20 Prozent, wie ASML am Mittwoch mitteilte.

Nicht enthalten im Umsatz von 18,6 Milliarden Euro sind Umsätze in einer Größenordnung von rund 2 Milliarden Euro. Sie werden erst in den nachfolgenden Quartalen verbucht, heißt es von ASML. Erst wenn die entsprechenden Anlagen für die Chipindustrie ausgeliefert und die Abnahmetests bei den Kunden abgeschlossen worden sind, fließen sie in die Bilanz ein. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020 hat ASML deutlich zugelegt. Damals betrug der Umsatz noch knapp 14 Milliarden Euro bei einem Nettogewinn von fast 3,6 Milliarden Euro.

Zu dem Geschäftsergebnis 2021 trägt ein starkes viertes Quartal bei. Bei 4,96 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftete ASML einen Nettogewinn von mehr als 1,77 Milliarden Euro – und damit etwas mehr als noch im Vergleichsquartal 2020. Damals erzielte ASML einen Nettogewinn von 1,74 Milliarden Euro.

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Die Nachfrage sei höher als es die eigenen Produktionskapazitäten hergeben, sagt Peter Wennik, Vorstandsvorsitzender von ASML. Der weltweit hohe Bedarf an Chips drängt Chip-Hersteller dazu, ihre Produktionskapazitäten auszubauen. ASML reagiert auf den erhöhten Bedarf durch eine Verkürzung der Auslieferungszeit seiner Anlagen. Dabei werde ein "Teil der Tests" im eigenen Werk übersprungen. Diese abschließenden Tests und die formale Abnahme durch die Kunden würden dann beim Kunden vor Ort stattfinden. Der Kunde würde dadurch einen schnelleren Zugang zu den Produktionskapazitäten erhalten, heißt es von ASML.

Konkret habe ASML im vierten Quartal 72 neue Lithografiesysteme für die Halbleiterindustrie verkauft. Zusätzlich seien zehn gebrauchte Systeme veräußert worden. Im gesamten Geschäftsjahr 2021 konnte ASML 286 Neu-Systeme ausliefern sowie 23 gebrauchte Anlagen.

Der Brand am Berliner Standort von ASML Anfang Januar 2022 soll keine signifikanten Auswirkungen auf das erwartete Ergebnis 2022 haben, betont Wennik. In der Prognose fĂĽr 2022 mit einem Umsatzwachstum von 20 Prozent seien die Auswirkungen bereits berĂĽcksichtigt.

Im ersten Quartal soll der Umsatz aufgrund der vorgezogenen Auslieferungen mit einem Nettoumsatz zwischen 3,3 Milliarden Euro und 3,5 Milliarden Euro niedriger ausfallen, prognostiziert ASML.

Die Aktionäre sollen von dem Erfolg des Unternehmens profitieren. Wennik kündigte für 2021 eine Erhöhung der Dividende auf 5,50 Euro pro Stammaktie an. 2020 lag die Dividende bei 2,75 Euro, sodass die Ausschüttung sich verdoppelt.

Die Börse zeigte sich am Mittwochvormittag weitgehend unbeeindruckt von dem vorgelegten Geschäftsergebnis. Der Wert einer Aktie, der Ende 2021 noch bei 715,20 Euro gelegen hatte und seitdem Federn lassen musste, blieb zunächst auf einem stabilen Niveau. Ein Wertpapier kostet nun 647,40 Euro.

(olb)