Novell plant die nächste eDirectory-Generation
Unter dem Name "Destiny" hat Netzwerkspezialist Novell heute Pläne zur Erweiterung des Verzeichnisdienstes eDirectory vorgestellt.
Der neueste Code-Name beim Netzwerkspezialisten Novell heißt "Destiny". Unter diesem Namen stellte das Unternehmen heute im Rahmen der Burton Group Catalyst Conference 2002 in San Francisco diverse Erweiterungen des Verzeichnisdienstes eDirectory vor, die innerhalb der nächsten 18 Monate Schritt für Schritt umgesetzt werden sollen. "Wir werden nach und nach alle Web-Standards implementieren. Es geht um die Weiterentwicklung unserer Net Services zu Web Services", kommentiert Michael Naunheim, Novell-Marketingchef für Zentraleuropa, die Pläne seines Unternehmens. Das erste konkrete Destiny-Produkt werde ein UDDI-Server sein. Das Java-Servlet soll noch in diesem Jahr als Add-On zum Verzeichnisdienst eDirectory, der ehemels als NDS, Novell Directory Service, bekannt war, auf den Markt kommen.
Das neue Konzept enthält neben der Integration von Web Services drei weitere Kernelemente. Erstens sollen Benutzer künftig dynamische Identitäten haben, zweitens ist eine intelligente Infrastruktur geplant, die Richtlinien selbst erstellt, und drittens sollen unternehmensübergreifende Sicherheitsbeziehungen die Kommunikation mit Partnern, Lieferanten oder Kunden unterstützen. Unter einer dynamischen Identität versteht der Netzwerkspezialist etwa die Möglichkeit unterschiedlicher Sichten auf den Datenbank-Eintrag eines Benutzers. Durch die intelligente Anwendung von Unternehmensregeln auf Daten und Beziehungen soll der Verzeichnisdienst in Zukunft ohne eine separate Richtlinien-Engine auskommen und den Administrator damit von Routine-Arbeit befreien.
Die technischen Grundlagen für die nächste eDirectory-Generation hatten Novell-Mitarbeiter vor kurzem in einem Papier dargestellt, das sie bei der Internet Engineering Task Force (IETF) einreichten. Darin geht es um eine Methode, das Verzeichnisdienst-Protokoll LDAP (Lightweight Directory Access Protocol) mit dem Internet-Standard UDDI (Universal Description, Discovery and Integration) zu verbinden. Den Web Services fehle zwar eine eigene Verwaltung von Identitäten, sagte der CEO der Burton Group, Jamie Lewis, auf der Hausmesse seines Unternehmens, aber andererseits kämen Verzeichnisdienste künftig nicht mehr ohne Integration von Web-Standards aus. (dwi)