Zoom mit Audiokanälen für Dolmetscher und virtuellen Messen

Zoom hat die Live-Übersetzung während Videokonferenzen veröffentlicht. Neu sind unter anderem auch Warteraum-Videos, "Smart Gallery" und virtuelle Messen.

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(Bild: insta_photos/Shutterstock.com)

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Zoom hat in seinem monatlichen Produktupdate neue Funktionen für 2022 vorgestellt. Der Dienst für Videokommunikation bringt Neuerungen für die klassischen Zoom-Meetings, aber auch für die umfangreicheren Abonnements "Zoom-Rooms" und "Zoom-Events". Möglich sind laut dem Unternehmen zum Beispiel Simultanübersetzungen und virtuelle Messen.

Wer Dolmetscher zur Verfügung hat, kann bei gewöhnlichen Zoom-Videomeetings nun einen gesonderten Audiokanal für deren Simultanübersetzung eröffnen. Dazu können bei der Planung des Meetings einzelne Teilnehmende als Übersetzer für eine bestimmte Sprache gekennzeichnet werden. Bis zu 20 Teilnehmer können separat als Dolmetscher tätig sein.

Wer sich im Meeting befindet, kann zwischen den verfügbaren Sprachkanälen wählen und die Übersetzung hören. Um die Funktion einzusetzen, braucht man ein Business-, Education- oder Enterprise-Konto oder ein Add-on-Abo für Webinare. Erst im September hatte Zoom die Live-Übersetzungen angekündigt.

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Zoom übernimmt die Spracheinstellung des Browsers für die Zoom-Nutzeroberflächen. Dadurch sollen Meetings flüssiger starten. Um etwaige Wartezeiten vor Beginn des Meetings zu verkürzen, kann der Host im Warteraum Videos einbinden. Damit können die Wartenden sich die Zeit vertreiben und sich auf das Meeting einstimmen. Für diese Funktion ist mindestens die Client-Version 5.7.3 nötig, der Host braucht ein kostenpflichtiges Konto.

Administratoren von Zoom-Meetings können einen virtuellen Hintergrund wählen, der standardmäßig zu Beginn des Meetings bei allen Teilnehmenden gezeigt wird. So können Admins vermeiden, dass durch die Hintergründe der Teilnehmenden sensible Daten preisgegeben werden oder gar peinliche Situationen entstehen, wenn ein alberner Hintergrund aufploppt. Das Wasserzeichen auf der Aufzeichnung eines Meetings kann nun während des Treffens deaktiviert oder aktiviert werden.

Wenn bei einem Zoom-Meeting mehrere Personen real in einem Raum sitzen und von einer gemeinsamen Kamera gefilmt werden, kann das für virtuell Teilnehmende unübersichtlich sein. Bei Zoom Rooms gibt es dafür nun die Ansicht "Smart Gallery": Das Programm soll das Bild mit mehreren Personen "zerteilen" und dann jede Person einzeln im Zoom-Call anzeigen. Dies wird auf Mac und Windows unterstützt und auch für zertifizierte USB-Kameras. Die Benutzeroberfläche für Controller von Zoom Rooms wurde erneuert. Zoom Rooms ist ein spezielles Abo von Zoom für Konferenzen.

Mit der "Expo" will Zoom bei virtuellen und hybriden Veranstaltungen das Gefühl einer Messe simulieren. Die Teilnehmenden haben mehr Freiheiten, sich untereinander zu vernetzen: Sie können sich frei in dem virtuellen Raum bewegen, Einzelchats miteinander beginnen oder sich in Kleingruppen an virtuellen Messeständen treffen. Die "Expo" ist Teil des Zoom-Events-Abos.

Auf dem App-Marktplatz von Zoom gibt es neue Kategorien, damit Entwickler ihre mit Zoom kompatiblen Apps dort leichter anbieten und Nutzer diese besser finden können. Wer den Cloud-Telefoniedienst "Zoom Phone" nutzt, kann jetzt mehr Parteien zu Telefonkonferenzen hinzufügen – diese Funktion befindet sich noch in der Beta-Phase. Schon jetzt werden Nutzer über verpasste Anrufe benachrichtigt und erfahren, ob ein Kollege den Anruf angenommen hat.

Eine Übersicht über die Versionshinweise bei Zoom gibt es hier.

(gref)