Microsoft: US-Behörde FTC soll geplante Activision-Übernahme prüfen

Für die Kartellprüfung von Microsofts geplanter Activision-Übernahme soll die FTC zuständig sein. Die Behörde hatte schon Nvidia Steine in den Weg gelegt.

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(Bild: Shutterstock.com/Sergei Elagin)

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Microsofts geplante Übernahme von Activision Blizzard soll von der US-Behörde Federal Trade Commission (FTC) geprüft werden. Einem Bloomberg-Bericht zufolge haben das Justizministerium und die FTC gemeinsam entschieden. Beide Stellen sind in den USA für Kartellprüfungen verantwortlich und koordinieren regelmäßig das gemeinsame Vorgehen.

In den vergangenen Monaten hatten sich sowohl die FTC als auch das US-Justizministerium für strengere Prüfkriterien bei großen Übernahmen starkgemacht. Erst im Januar hatten sie ein gemeinsames Statement veröffentlicht, in dem sie engere Richtlinien für Merger ankündigten. Laut Bloomberg soll FTC-Chefin Lina Khan besonders Übernahmen im Tech-Sektor kritisch sehen. Khan hatte vor ihrer Benennung unter anderem Kritik an Amazon geäußert.

Die FTC war es auch, die Nvidia im geplanten Übernahmeverfahren der britischen Firma ARM verklagt und unter Druck gesetzt hatte. Die US-Wettbewerbshüter argumentierten, die geplante Übernahme von ARM durch den US-Grafikkarten-Spezialisten Nvidia könne Innovationen bremsen. Mittlerweile soll Nvidia den Deal aufgegeben haben.

Im vergangenen Jahr hatte Microsoft die Übernahme von Bethesda-Mutterfirma Zenimax für 7,5 Milliarden Euro erfolgreich abgeschlossen. Die geplante Übernahme von Activision Blizzard könnte wegen der Marktstellung beider Unternehmen aber kritischer betrachtet werden, sagte Rechtsanwältin Petra Linsmeier im Gespräch mit heise online. "Activision Blizzard hat eine wesentlich größere Marktbedeutung als ZeniMax, das kann die Beurteilung beeinflussen. Für Microsoft wird das schwieriger."

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Bei der Beurteilung könnte auch berücksichtigt werden, wie Microsoft künftig mit Spielen von Activision Blizzard umgehen will. Sollte Microsoft planen, Videospiele von Activision Blizzard in Zukunft nur noch auf Xbox und PC zu veröffentlichen, könnte das die Verhandlungen erschweren. Microsoft hat sich bereits verpflichtet, "Call of Duty"-Spiele weiterhin auf der Playstation anzubieten.

Die Übernahmepläne haben Microsoft und Activision Blizzard im Januar bekanntgegeben. Die Übernahme wäre mit einem Volumen von 69 Milliarden US-Dollar der teuerste Tech-Deal in der Geschichte. Er soll im Juni 2023 abgeschlossen sein.

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