Digitalwährung: Indien bekommt eventuell noch 2022 "Digitale Rupie"

Indien will womöglich noch in diesem Jahr eine eigene Digitalwährung einführen. Auch eine hohe Steuer auf Einkommen aus digitalem Kapital soll kommen.

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(Bild: Zakharchuk/Shutterstock.com)

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Indien will in diesem oder im nächsten Jahr eine eigene Digitalwährung einführen, die die Indische Rupie ergänzen soll. Das hat Finanzministerin Nirmala Sitharaman am Dienstag bei der Vorstellung des neuen Haushaltsplans bekannt gegeben. Die Einführung der Central Bank Digital Currency (CBDC) soll der Digitalwirtschaft einen großen Schub geben, und den Umgang mit Geld effizienter und günstiger machen, versicherte sie.

Darüber hinaus soll Einkommen, das aus dem Handel mit "virtuellen digitalen Vermögensgütern" erzielt wurde, mit 30 Prozent besteuert werden – damit will Indien an dem florierenden Geschäft mit Kryptowährungen und NFTs mitverdienen.

Wie genau die "Digitale Rupie" technisch funktionieren soll, erläuterte Sitharaman nicht. Sie sagte lediglich, dass "Blockchain- und andere Technologie" zum Einsatz kommen soll. Eingeführt werden soll die staatliche Digitalwährung der Ankündigung zufolge im nächsten Haushaltsjahr, das am 1. April beginnt. Mit Indien könnte also eine der größten Volkswirtschaften der Welt noch in diesem Jahr eine vom Staat getragene Digitalwährung bekommen. Auch mit den Plänen für eine Besteuerung von Transaktionen mit digitalem Kapital geht das Land voran, Verluste solcher Transaktionen sollen nicht von den Steuern abgezogen werden können.

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Indien folgt mit den Plänen primär China, wo bereits seit 2014 an digitalen Währungen geforscht wird. In den vergangenen Monaten gab es immer mehr Tests für den elektronischen Yuan (eCNY), dem aber anders als dem großen Vorbild Bitcoin keine Blockchain zugrunde liegt. Weltweit gibt es inzwischen bereits 90 Länder und Währungsräume, in denen konkrete Projekte zu digitalem Zentralbankgeld verfolgt, oder schon umgesetzt werden. Auch die Europäische Zentralbank arbeitet daran. Ziel sind hier digitale Euros, die die Vorteile von Bargeld – anonym, leicht zugänglich, einfach nutzbar und gegen technische Ausfälle gewappnet – mit den Vorteilen einer Digitalwährung verbinden. Vor 2025 wird das aber keine Realität werden.

(mho)