Gänseflug per Handy verfolgen
Wildfowl and Wetlands Trust und National Geographic verfolgen per Satellit die Wanderung der Hellbäuchigen Ringelgans. Gegen eine Gebühr kann jeder die Flugroute mitverfolgen.
Mit Hilfe modernster Technik wollen Wildfowl and Wetlands Trust und National Geographic die Arterhaltung der Hellbäuchigen Ringelgans (Branta bernicla hrota) sichern. Daher wurden jetzt im Rahmen des Satellite Tracking Project insgesamt sechs dieser seltenen Tiere mit einem Minipeilsender ausgestattet, der in regelmäßigen Abständen Signale an Satelliten sendet. Diese übertragen anschließend die Daten an die Forschungszentrale Castle Espie in Nordirland, sodass die Forscher immer die aktuelle Position der auf die Namen Hugh, Major, Rufftledge, Austin, Kerry und Arnthor getauften Gänse sowie die Lufttemperatur auf dem Schirm haben.
Wer will, kann das Projekt live auf seinem Handy verfolgen. Gegen eine Gebühr von jährlich 75 Britischen Pfund (116,30 Euro) erhalten registrierte Vogelschützer pro Woche eine SMS mit der aktuellen Position einer der sechs Gänse, die man sich im Vorfeld in einem Webformular ausgesucht hat. Allen anderen bleibt die kostenfreie Mailinglist oder ein Blick auf die virtuelle Karte im Web, auf der die Positition der Vögel regelmäßig aktualisiert wird. Derzeit befinden sich Hugh und Kerry bereits über Kanada, der Rest kräpelt noch über Grönland.
Der Flug der Gänse, deren Population noch auf 20.000 geschätzt wird, gilt als längste und vor allem riskanteste Wanderung von Vögeln überhaupt. Die Tiere müssen eine Distanz von 7.000 Kilometern überwinden. Ihr Flug beginnt in Irland, führt über Island, Grönland bis hin nach Kanada. Durch den Einsatz modernster Technik erhoffen sich die Forscher hauptsächlich mehr Informationen darüber, ob der Fortbestand der Branta bermicla hrota trotz Ansteigen der Meerespiegel und fortschreitender Lebensraumzerstörung wirklich Chancen hat. (daa)