.org-Bewerbungen kosten 35.000 Dollar

Ende August will die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers ĂĽber die Neuvergabe der zentralen Registry der Top Level Domain .org entschieden haben.

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Von
  • Monika Ermert

Ende August will der Vorstand der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) über die Neuvergabe der zentralen Registry der Top Level Domain .org entscheiden. Die Registries, die als zentrale Datenbanken Registrierungen konkurrierender Domainhändler für die jeweiligen Domains eintragen, gelten als Cash-Cows im Domaingeschäft. Allerdings ist .org die kleinste der drei mittlerweile frei verfügbaren TLD-Klassiker .com/.net/.org. Dennoch zeigten sich bei der ICANN-Jahrestagung 2001 vor allem Bewerber aus den USA und Asien interessiert.

In dieser Woche veröffentlichte nun ICANN die Daten für das Ausschreibungsverfahren. Ab ersten Mai gibt es die Ausschreibungsbedingungen, und bis 20. Mai erst einmal die Möglichkeit, dazu Fragen und Korrekturvorschläge anzubringen. Die Frist für potenzielle Bewerber um den .org-Registry-Betrieb endet am 18. Juni. Die Neuvergabe zu Gunsten eines Konkurrenten des derzeitigen Registry-Betreibers VeriSign/NSI war Bestandteil eines Vertragsabschlusses, mit dem sich der Ex-Monopolist die .com-Registry bis 2007 und darüber hinaus sicherte. Der Deal zwischen ICANN und VeriSign war heftig kritisiert worden, da VeriSign sich nicht nur den Registry und Endkundenverkauf der mit Abstand größten TLD-Zone .com, sondern auch das Recht auf eine Wiederbewerbung um das Management von .net einräumen ließ.

Nur von .org muss sich VeriSign jetzt auf jeden Fall trennen und zudem 5 Millionen US-Dollar an ICANN bezahlen. Die Summe soll irgendwie fĂĽr den Weiterbetrieb von .org, etwa fĂĽr den Aufbau einer Non-Profit-Registry-Organisation eingesetzt werden. Trotz dieser Millionenspritze verlangt ICANN aber fĂĽr das Bewerbungsverfahren von jedem Bewerber 35.000 US-Dollar GebĂĽhr. Der Betrag muss ebenfalls mit Ablauf der Bewerbungsfrist bezahlt werden, sonst ist man aus dem Rennen.

Um Geld bat ICANN gestern auch für weitere "At-large"-Aktivitäten zur Beteiligung der Internet-Nutzer. Nachdem die Ex-ICANN-Vorsitzende Esther Dyson sich doch noch um die Finanzierung der vom ICANN-Vorstand schon als gescheitert bezeichneten Nutzerbeteiligung gekümmert hatte, erklärte ICANN jetzt, dass man Spenden unter dem Motto "ICANN At-large-Project" entgegennehme. (Monika Ermert) / (jk)