Verband beklagt fehlende Geschäftsmodelle für UMTS

Der Ansatz der UMTS-Netzbetreiber, "die Lizenzmilliarden allein über selbstgenerierte Peer-to-Peer-Kommunikation einspielen zu wollen", sei gefährlich.

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Von
  • Dusan Zivadinovic

Der Deutsche Multimedia Verband, DMMV, hatte auf der Internet World in Berlin eine Podiumsdiskussion ausgerichtet, auf der sich Teilnehmer -- Anbieter, Gerätehersteller und Contentprovider -- über die Themen UMTS versus Wireless LAN sowie UMTS-Geschäftsmodelle austauschen konnten. Das Ergebnis der Gespräche schätzt der DMMV ernüchternd ein. Er beklagt eine "Ratlosigkeit im Hinblick auf Geschäftsmodelle für die teuren UMTS-Netze". Marcus Garbe, Leiter des DMMV-Arbeitskreises Mobile Internet, hält den Ansatz der UMTS-Netzbetreiber, "die Lizenzmilliarden allein über selbstgenerierte Peer-to-Peer-Kommunikation einspielen zu wollen", für gefährlich.

Daher blicken Contentanbieter hoffend auf den noch jungen E-Plus-Service i-mode. Bei diesem mobilen Dienst geht der Löwenanteil der Einnahmen erstmals an die Inhalteanbieter -- ein Beispiel, das Contentanbieter wohl zu gern auf den UMTS-Bereich übertragen möchten. Netzbetreiber stehen dem Ansinnen bisher eher reserviert gegenüber und setzen anscheinend mehr auf eigene Dienste wie den kürzlich eingeführten Multimedia Messaging Service, der nicht nur für die Übertragung von Textnachrichten taugt, sondern auch Bilder, Animationen und Sound in den Dokumenten einbetten kann.

Andere Drahtlos-Techniken, etwa Wireless LAN oder Bluetooth, seien für die Inhalteanbieter ebenfalls noch nicht profitabel. Die meisten Betreiber so genannter Hotspots arbeiten derzeit noch an Abrechnungs- und Sicherheitsmechanismen, meint der DMMV. Beispiele für aktive kommerzielle Hotspots sind noch selten. Immerhin waren sich alle Teilnehmer darin einig, dass sich die drahtlose Netzwerktechnik W-LAN und die Mobilfunktechnik UMTS wohl ergänzen werden. (dz)