MobilCom-Kurs stürzt wegen Insolvenz-Gerüchten ab

Gerüchte über einen Rückzug des Großaktionärs France Telecom bei MobilCom haben den Kurs um fast ein Drittel in den Keller gehen lassen.

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Von
  • Jürgen Kuri

Gerüchte über einen Rückzug des Großaktionärs France Telecom bei dem Telefonunternehmen MobilCom haben am Dienstag den Kurs um fast ein Drittel abstürzen lassen. Die Aktie notierte am Nachmittag unter 10 Euro und war damit so billig wie noch nie. Bis zum frühen Abend erholte sich der Kurs wieder etwas, nachdem das Unternehmen die Gerüchte zurückgewiesen hatte. Kurz vor 17.30 Uhr notierte das Papier bei 10,10 Euro mit 25,74 Prozent im Minus.

"France Telecom kann die MobilCom-Anteile nicht verkaufen; das ist vertraglich festgelegt", sagte Unternehmenssprecher Matthias Quaritsch gegenüber dpa. Der französische Konzern habe gerade 30 Millionen Euro an MobilCom überwiesen und komme damit seiner vertraglichen Verpflichtung nach, die Liquidität des Unternehmens sicherzustellen.

Falls France Telecom MobilCom fallen lassen würde, wäre eine Insolvenz kaum zu vermeiden. MobilCom-Chef Schmid ging in einem Interview mit dem stern, das am heutigen Dienstagmorgen vorab veröffentlicht wurde, in die Offensive und warnte den MobilCom-Großaktionär davor, es so weit kommen zu lassen. "Dann stünden France Telecom gigantische Schadenersatzforderungen ins Haus", sagte Schmid dem Magazin. Möglicherweise verstärkten die Äußerungen von Schmid aber eher noch die Befürchtungen, MobilCom könne eine Pleite wegen fällig werdender Kredite drohen.

France Telecom war am vergangenen Freitag bei einer Sitzung des Aufsichtsrats mit dem Versuch gescheitert, Schmid an der MobilCom-Spitze abzulösen. Sprecher von France Telecom hatten das als "sehr enttäuschend" und "schwerwiegenden Vorgang" bezeichnet. (jk)