EU-Kommissar Liikanen glaubt an MHP-Standard

Mit Blick auf die langsame Entwicklung der Angebote für das interaktive Digital-TV schlägt der Kommissar für die Informationsgesellschaft einen drohenden Unterton an.

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Von
  • Torge Löding

Die Diskussion um den MHP-Standard (Multimedia Home Plattform) für das digitale Fernsehen bleibt ein Dauerbrenner. Nun äußerte sich auch der EU-Kommissar für die Informationsgesellschaft, Erki Liikanen, zu dem Thema. Mit dem ARD-Vorsitzenden Fritz Pleitgen sei er überein gekommen, dass den europäischen Bürgerinnen und Bürgern über offene Plattformen freier Zugang zu den Angeboten des digitalen Fernsehens ermöglicht werden müsse. Nachdem sich in der Mainzer Erklärung auch Premiere Pay-TV, das in seiner d-box immer noch einen eigenen Standard einsetzt, bereits im September 2001 bereit erklärt hatte MHP zu unterstützen, sei es nun an der Zeit auch entsprechende Dienste und Geräte anzubieten.

Die Kommission könne relevante europäische Standards auch verbindlich festschreiben, falls bis 2004 die Wahlfreiheit der Bürger und die Interoperabilität nicht angemessen realisiert seien, sagte Liikanen mit Blick auf die schleppende Entwicklung von MHP-Angeboten. Pleitgen erklärte, dass die ARD wie die anderen großen Programmanbieter in Deutschland weiterhin voll auf MHP setze: "Bereits im Herbst werden unserem Publikum die ersten interaktiven Fernsehangebote auf MHP-Basis angeboten."

MHP ist ein offener und europäisch normierter Standard für das digitale interaktive Fernsehen. Er wurde vom DVB-Konsortium, einem Zusammenschluss aller am digitalen Fernsehen in Europa interessierten Industriekreise, gemeinsam entwickelt. Über die MHP-tauglichen Settop-Boxen sollen die Nutzer nicht nur digitales TV empfangen können, sondern per Rückkanal interaktiv in das Programm eingreifen oder zum Beispiel Einkaufsangebote nutzen können. (tol)