Stadt Frankfurt startet Plakataktion gegen Telefonabzockerei
Auf 320 Plakaten in Frankfurter Ämtern und Dienststellen sollen Bürger nun auf die Problematik der 0190-Nummern aufmerksam gemacht werden.
Die Abzockerei per Telefon beschäftigt die Frankfurter Stadtverwaltung. Mit zahlreichen Tricks werde versucht, Anrufe von Telefonnummern zu provozieren, die mit der gebührenpflichtigen Vorwahl 0190 beginnen, heißt es in einer Mitteilung. Da auch Bürger der Mainmetropole von einer besonderen Spielart dieser Geldabschöpfung betroffen seien, hat die Stadt am Donnerstag eine Informationskampagne gegen Telefonabzockerei gestartet.
Eine Telefonfirma aus Herne habe sich bereits vor einiger Zeit in den elektronischen Auskunftsdiensten der Telekom unter Suchbegriffen wie "Einwohnermeldeamt" oder "Kfz-Zulassungsstelle" eingetragen, sagte der Leiter des Frankfurter BĂĽrgeramtes, Rainer Orell. Wer dort anrufe, werde durch eine elektronische Ansage zum Anruf einer 0190-Nummer aufgefordert. Es wĂĽrden dann fĂĽr 1,86 Euro pro Minute Gesetzestexte und Amtsformalien vorgelesen. Diese Informationen bekomme man aber auch kostenlos bei der Stadt, sagte Orell.
Die Stadt habe zunächst geprüft, ob solche Machenschaften nicht auf dem Rechtswege untersagt werden können. "Anbieter von solchen scheinbaren Dienstleistungen bewegen sich indes in einer rechtlichen Grauzone, in der sie nicht ohne weiteres zu fassen sind", heißt es in der Mitteilung. Daher bleibe als einzige Möglichkeit die weitreichende Aufklärung der Bevölkerung.
Auf 320 Plakaten in Frankfurter Ämtern und Dienststellen mit hohem Publikumsverkehr sollen Bürger nun auf die Problematik der 0190-Nummern aufmerksam gemacht und gleichzeitig auf die richtigen amtlichen Nummern hingewiesen werden. Bundesweit seien rund 400 Städte von der Abzockerei betroffen. (anw)