photokina: Neuer Standard für digitale Wechseloptiken
Olympus und Kodak haben im Vorfeld der photokina-Messe einen neuen Standard für digitale Spiegelreflexkameras angekündigt.
Olympus und Kodak haben im Vorfeld der photokina-Messe einen neuen Standard für digitale Spiegelreflexkameras angekündigt. Das neue "Four Thirds System" soll die Sensorgröße ebenso standardisieren wie das Bajonett für die Wechselobjektive und so die Austauschbarkeit zwischen den Geräten verschiedener Hersteller ermöglichen.
Der neue Standard soll auch die Probleme beheben, die der Einsatz konventioneller Kleinbildobjektive beim Einsatz an digitalen Kamera-Rückwänden bereitet. Fotofilm reagiert auch auf schräg einfallendes Licht ohne größere Qualitätsverluste, während CCD- oder CMOS-Sensoren für eine optimale Abbildungsleistung auf weitgehend parallel einfallende Lichtstrahlen angewiesen sind. Insbesondere beim Einsatz von Weitwinkeloptiken steigt das Risiko von Abbildungsfehlern im Randbereich der Aufnahmen daher an.
Die Hersteller digitaler Spiegelreflex-Bodys versuchen diesem Problem durch unterschiedliche Maßnahmen beizukommen. Nikon verwendet bei der D100 ein von der Mitte zur Peripherie des CCD-Sensors an Neigung zunehmendes System von Mikrolinsen vor den einzelnen lichtempfindlichen Elementen des Sensors, während etwa Canon bei der EOS D60 offenbar mit einer dynamischen Bildschärfung arbeitet, die zum Rand hin verstärkt wird.
Die Objektive des "Four Thirds System" können hingegen in ihrer Berechnung genau auf die spezifizierte Sensorfläche abgestimmt werden und den benötigten quasi parallelen Lichteinfall eher gewährleisten. Auch die von den bisherigen Kleinbild-Optiken geforderten extrem hohen Auflösungsleistungen können beim neuen System mit geringerem konstruktiven Aufwand realisiert werden, wobei aber die laut Olympus sensorseitig problemlos erzielbaren 20 Megapixel auch hier durch die Objektive limitiert würden, zumindest, wenn diese erschwinglich bleiben sollten.
Neben dem auf 4/3 Zoll Größe definierten Bildsensor, werden beim "Four Thirds System" auch die Abbildungsgröße (Bildkreis-Diagonale), der Scharfstellbereich und das "Auflagemaß", also der Abstand der letzten Linse zur Sensorebene, vom Standard vorgegeben. Auf diese Weise sollen Objektivreihen entstehen, die zwischen den künftigen Spiegelreflex-Bodys der teilnehmenden Anbieter frei austauschbar sind und aufgrund der optischen Rahmenbedingungen erheblich kompakter gebaut werden können. Olympus geht von einer Halbierung der Größe gegenüber den derzeitigen Hochleistungs-Kleinbild-Optiken aus, bei gleichzeitig gesteigerter Abbildungsleistung und Lichtstärke.
Olympus erwartet für die im März 2003 in Las Vegas stattfindende Messe der PMA ("Photo Marketing Association") erste Prototypen und Aussagen zur Markteinführung konkreter Produkte.Der "Four Thirds"-Standard soll auch durch andere Hersteller lizenziert werden; Fujifilm hat sich heute bereits zu diesem Schritt entschlossen. (klp) / (wst)