Bewerber-Ansturm für Ausbildung in Brandenburger Chipfabrik
Die Verträge sind zwar unterschrieben, die Zustimmung der EU ist aber noch nicht gesichert; das Interesse an der Ausbildung im Brandenburger Chipwerk ist jedenfalls groß.
Für die 70 ausgeschriebenen Ausbildungsplätze bei der Chipfabrik in Frankfurt (Oder) haben sich binnen einer Woche mehr als 600 junge Leute beworben. Sie kämen vor allem aus der Region, sagte Claudia Gerlach von der Personalabteilung des Chipwerk-Betreibers Communicant gegenüber dpa. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 2. Mai. Communicant will vom 1. September an 24 Mechatroniker, 24 Mikrotechnologen, 18 Kaufleute und 4 Systemelektroniker ausbilden. Die Produktion in der Chip-Fabrik in Frankfurt (Oder), für die am 28. März die Investoren Intel, Dubai und die Investitionsbank des Landes Brandenburg die Verträge endgültig abschlossen, soll im dritten Quartal kommenden Jahres starten.
Täglich kommen bei Communicant rund 200 Bewerbungen an -- vor allem von Zehntklässlern. Beliebteste Ausbildungsrichtung ist die zum Systemelektroniker. "Viele bewerben sich auf alle Stellen", berichtete Gerlach. In den nächsten beiden Jahren will die Firma 130 weitere Jugendliche ausbilden. Danach sollen künftig jeweils 200 Auszubildende in dem Werk an der Oder beschäftigt werden.
Insgesamt sollen etwa 1.500 Arbeitsplätze in der Chipfabrik entstehen. Mehr als 3.000 Menschen haben sich dafür bereits beworben. Die Chipfabrik hat ein Investitionsvolumen von knapp 1,5 Milliarden Euro, von denen 353 Millionen Euro öffentliche Mittel sind. Ende März hatte die Landesregierung Brandenburg beschlossen, sich an dem Hightech-Werk mit 38 Millionen Euro über die Landes-Investitionsbank mittelbar zu beteiligen. Für den Bau des Werkes fehlt allerdings noch die Zustimmung der Europäischen Union; unter anderem stellt die EU-Kommission infrage, ob der Bebauungsplan europäischem Umweltrecht entspreche. (jk)