Taiwan hat was gegen Lizenzgebühren für Microsoft
Taiwan will durch einen ehrgeizigen Plan die Entwicklung von Open-Source-Software fördern und so Lizenzzahlungen an Microsoft sparen.
Taiwan will ähnlich wie die deutsche Regierung die Entwicklung von freier Software fördern und hat deshalb einen National Open Source Plan aufgestellt. Dies berichtet der Online-Dienst Kuro5hin und beruft sich dabei auf einen Artikel der taiwanischen Nachrichtenagentur Central News Agency. Demnach will man so die teuren Lizenzgebühren an Microsoft einsparen und die eigene IT-Infrastruktur stärken. Allein im Jahr 2000 lief auf allen 1,23 Millionen Schulrechnern ein Windows-Betriebssystem. Gleichzeitig solle so das Recht der Taiwanesen auf Informationsfreiheit gewahrt werden.
Insgesamt plant Taiwan durch die Förderung von Open-Source-Projekten bis zum Jahr 2002 im öffentlichen Sektor Einsparungen bis zu zwei Milliarden Neue-Taiwan-Dollar (59 Millionen US-Dollar). Die Gesellschaft könne weitere zehn Milliarden Neue-Taiwan-Dollar (294 Millionen US-Dollar) sparen, heißt es weiter. Zu dieser Entscheidung haben sich die National Science Commission, das National Supercomputer Center, Ministry of Education, Ministry of Economic Affairs, Institute of Industrial Technology, Public Works Commission und andere Organisationen auf einer gemeinsamen Sitzen durchgerungen.
Um überhaupt eine vielfältige Softwareauswahl bieten zu können, müsse man erst qualifiziertes Personal in der Entwicklung von Open-Source-Software ausbilden, schreibt Kuro5hin weiter. Aus diesem Grund will die Regierung in Kooperation mit Taiwans Hochschulen und anderen Organisationen sechs Fortbildungszentren errichten, in denen insgesamt 120.000 Personen das Grundwissen für die Entwicklung von freier Software vermittelt bekommen. In Kursen für Fortgeschrittene Programmierer haben weitere 9.600 Personen Platz.
Auch die deutsche Regierung will sich zukünftig stärker für die Verwendung von Open-Source-Programmen, speziell für den Einsatz von Linux, im öffentlichen Bereich stärker engagieren. Ein gestern zwischen dem Bundesinnenminister Otto Schilly und Erwin Staudt, Chef von IBM Deutschland, geschlossener Vertrag soll Bund, Ländern und Kommunen die Beschaffung von freier Software erleichtern. Aber auch in anderen Ländern sei die Akzeptanz von Linux groß. "In Europa sind die Regierungen von Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien und der Niederlande in diesem Bereich aktiv", sagte Staudt. (daa)