AOL Time Warner erwägt Börsengang für Kabelgesellschaft

Horrende Verluste im Konzern und die Lösung eines Disputs mit AT&T sprächen für einen Börsengang von Time Warner Cable -- eine Firma mit 45 Milliarden Dollar Börsenwert entstünde.

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Von
  • Jürgen Kuri

Der amerikanische Internet- und Medienkonzern AOL Time Warner, gerade erst durch horrende Verluste in die Schlagzeilen geraten, zieht den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an der Kabelfernsehfirma Time Warner Cable in Form einer Aktienemission in Erwägung. Es würde eine Gesellschaft mit einem Börsenwert von rund 45 Milliarden US-Dollar (50,2 Milliarden Euro) entstehen, berichtet das Wall Street Journal.

Das Unternehmen nahm bislang zu den Berichten keine Stellung; eine Erstemission stehe nicht unmittelbar bevor und sei alles andere als definitiv, erklärten informierte Kreise. Es sei eine von mehreren Restrukturierungsoptionen, die in Erwägung gezogen würden. Die Restrukturierung des Unternehmens soll aber nur einer der Gründe für einen möglichen Börsengang der Kabelsparte sein: AOL Time Warner will wohl endlich die Auseinandersetzungen los sein, die sich um eine gemeinsam mit AT&T geführte Gesellschaft ranken. Time Warner Entertainment, an der AT&T 25,5 Prozent hält, besitzt nicht nur das Filmstudio Warner Bros. und den Pay-TV-Sender HBO, sondern auch die Mehrheit an Time Warner Cable. Ein Börsengang könnte nun auch dazu dienen, AT&T aus Time Warner Entertainment mittels neuer Aktien herauszukaufen, ohne dass AOL Time Warner die Bilanz durch eine Bar-Transaktion oder vergleichbare Zahlungen weiter belasten müsste. (jk)