Intershop verlegt Konzernsitz nach Jena
Der in finanzielle Turbulenzen geratene E-Commerce-Spezialist Intershop kehrt zu seinen Wurzeln zurĂĽck und will seinen Konzernsitz auch offiziell nach Jena verlegen.
Der in finanzielle Turbulenzen geratene E-Commerce-Spezialist Intershop kehrt zu seinen Wurzeln zurück und will seinen Konzernsitz auch offiziell nach Jena verlegen. Die Aktionäre des einstigen Aushängeschilds der deutschen Internetwirtschaft sollen darüber auf der Hauptversammlung an diesem Donnerstag in Hamburg entscheiden. Bisher hat die Firma ihren Sitz mit Handelsregistereintrag in Hamburg.
Die Sitzverlegung sei eine Konsequenz aus der Umstrukturierung, sagte Firmen-Sprecher Heiner Schaumann der dpa. Mit einem Sanierungsprogramm und Entlassungen hatte der auf Software fĂĽr den Internet-Handel spezialisierte Konzern auf UmsatzeinbrĂĽche und hohe Verluste 2001 reagiert. "Wir haben alle Kompetenzen in Jena gebĂĽndelt", sagte Schaumann. Zuvor waren Zentralbereiche auf die drei Standorte Jena, Hamburg und San Francisco verteilt. Von Hamburg zog in diesem Jahr der Bereich Finanzen in die ThĂĽringer Industriestadt.
Intershop wurde 1992 von dem damals Anfang 20-jährigen Stephan Schambach in Jena mit Partnern gegründet. Die Wahl von Hamburg als Konzernsitz war eher zufällig. Dort sei die Eintragung ins Handelsregister vor dem Börsengang 1998 am schnellsten erfolgt, sagte Schaumann. Die Aktionäre entscheiden bei dem Jahrestreffen außerdem über eine Anhebung des Grundkapitals und ein Aktienrückkaufprogramm.
Nach rasantem Wachstum und der Börsennotierung am Neuen Markt in Frankfurt und der USA-Technologiebörse Nasdaq hatte die ostdeutsche Softwareschmiede 2001 ein drastisches Sparprogramm gestartet, um die Kosten dem gesunkenen Umsatz anzupassen. Fast ein Drittel der Arbeitsplätze werden in diesem Jahr gestrichen. Bis Jahresmitte soll die Belegschaft auf 500 Mitarbeiter sinken.
In den ersten drei Monaten 2002 verringerte Intershop den Nettoverlust im Vergleich zum Vorquartal von 24,7 Millionen auf 13,3 Millionen Euro. Er fiel damit allerdings immer noch höher aus als der um vier Prozent auf 12,2 Millionen Euro gestiegene Umsatz. Intershop soll nach der Prognose von Vorstandschef Schambach im laufenden Geschäftsjahr auf Quartalsbasis die Gewinnschwelle vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen erreichen. (dpa) / (jk)