"Virtueller Wahlkreis" prognostiziert besser als die Meinungsforscher

Die Wahlwetten der 2300 Teilnehmer lagen im Mittel nicht so weit daneben wie die Meinungsforschungsinstitute mit ihren Vorhersagen zur Bundestagswahl.

vorlesen Druckansicht 88 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
An der Wahlwette des Wahlkreises 300 haben 2300 Netznutzer teilgenommen. Laut Angaben der Veranstalter sollen sie im Mittel den Ausgang der jüngsten Bundestagswahl besser vorausgesagt haben als alle Meinungsforschungsinstitute. Die mittleren Werte der Wahlwette, die am 22. August begann, lauten im Vergleich zum tatsächlichen Ausgang der Wahl:
Partei Vorhersage reales
Ergebnis
SPD 37,4 % 38,5 %
CDU/CSU 38,1 % 38,5 %
GrĂĽne 7,6 % 8,6 %
FDP 9,1 % 7,4 %
PDS 4,9 % 4,0 %
sonstige 3,0 % 3,0 %
Bei der Internetwahl, bei der die Teilnehmer nach ihren politischen Präferenzen abstimmen sollten, sieht das Ergebnis ganz anders aus. Hier liegen die Grünen mit 24,4 Prozent an zweiter Stelle hinter der SPD, die 32 Prozent bekam. Die CDU/CSU erringt im virtuellen Wahlkreis 20,8 Prozent der Zweitstimmen, die FDP 15,4 Prozent und die PDS 7,3 Prozent. Bei den Erststimmen liegt Gerhard Schröder mit 47,3 Prozent deutlich vor Edmund Stoiber, der 23,1 Prozent der Stimmen erhielt. Joschka Fischer, Guido Westerwelle und Gabi Zimmer folgen mit 15,3 Prozent, 10,2 Prozent und 4,1 Prozent.
Der Wahlkreis 300 ist ein Projekt der Universität Osnabrück. Ziel der virtuellen Abstimmung ist die Erforschung neuer Prognosemethoden und die Weiterentwicklung einer Software, die in Zukunft etwa bei Bundestagswahlen im Internet genutzt werden könnte. In den nächsten Tagen wollen die Forscher weitere Auswertungen veröffentlichen.
Das Ergebnis der "realen" Bundestagswahl können Sie in unserem speziellen Forum diskutieren.