Neue Schuldenberge bei Premiere
Laut einer vertraulichen Studie hat der Pay-TV-Sender Premiere mehr Schulden als in den Bilanzen ausgewiesen.
Bisher konnte sich der Bezahlfernsehsender Premiere World erfolgreich vor der Insolvenz retten, die bereits mehrere Unternehmen des Kirch-Imperiums erwischt hat. Jetzt tauchen neue Schulden auf, die nicht in den Bilanzen verzeichnet sind.
Wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet, hat die Investmentbank Morgan Stanley den angeschlagenen Pay-TV-Sender in einer vertraulichen Studie bewertet. In Auftrag gegeben hatten die Analyse die beiden Premiere-Hauptgläubiger Bayerische Landesbank und HypoVereinsbank. Sie wollen damit neuen Geldgebern einen genaueren Einblick in die Finanzlage des Senders ermöglichen.
Aus den in der Studie enthaltenen Bilanzen gehe hervor, dass sich der Nettoverlust des Senders von 583 Millionen Euro im Jahre 1999 auf 1,02 Milliarden im vergangen Jahr gesteigert habe. Die Verpflichtungen konnten dagegen nur von rund 2,46 Milliarden Euro 1999 auf 2,04 Milliarden gesenkt werden. Die Studie führt sogar Verpflichtungen auf, die überhaupt nicht in den Bilanzen erscheinen. Etwa 359 Millionen Euro aus Geschäften mit Decodern schulde der Sender diversen Banken und Investoren, ohne dass diese Forderungen bisher öffentlich bekannt waren.
Fallen die Zahlen auf der Soll-Seite größer als bisher bekannt aus, steht auf der Haben-Seite deutlich weniger: So soll der Sender während der Fußball-WM statt der geplanten 47.819 neuen Kunden nur 26.851 dazu gewonnen haben. (mw)