Erste Erfahrungen mit dem Nokia 7650
Nokias Multimedia-Handy mit eingebauter Digital-Kamera soll Multimedia-Nachrichten mit eigenen Fotos attraktiv machen.
Nun ist es im Handel: Das 7650 -- Nokias Multimedia-Handy mit eingebauter Digital-Kamera. AngekĂĽndigt hatte es der finnische Mobilfunk-MarktfĂĽhrer schon vorigen Herbst.
Mit eingeschobener Tastatur findet das kompakte Mobiltelefon auch in kleinen Jackettaschen Platz. Das 7650 wiegt mit Standard-Akku 155 Gramm -- viel für ein aktuelles Handy. Vom Funktionsumfang gehört der kleine Alleskönner jedoch zur Gruppe der Smartphones, wo er eher zu den Leichtgewichten zählt. Die meisten Funktionen des Geräts lassen sich gut mit einer Hand bedienen. Die Tastatur ist zwar klein, die präzisen Tasten weisen jedoch einen deutlichen Druckpunkt auf und stellen auch für große Daumen kein Problem dar. Gut gefällt auch der exakte Joystick.
Das 176 × 208 Pixel große, kontrastreiche Farbdisplay fällt sofort auf. Leider schaltet sich die Hintergrundbeleuchtung nach 15 Sekunden ohne Bedienung ab. Das spart zwar Strom, stört aber beim Lesen von E-Mails oder WAP-Seiten. Das Objektiv der Kamera liegt auf der Rückseite und ist bei eingeschobener Tastatur verdeckt. Im Betrieb landen die Finger jedoch schnell mal auf der Linse, sodass man immer ein sauberes Taschentuch parat haben sollte, um das Objektivfenster zu reinigen. Mit der Bedienung der Kamera kommt man sofort zurecht. Das Display dient als Sucher, ein Druck auf den Joystick speichert das Bild.
Die Sprechtaste an der linken Seite des 7650 aktiviert im Ruhezustand die Sprachwahl. Während eines Anrufs schaltet sie auf die gute, integrierte Freisprecheinrichtung um. Ein Abstandssensor misst ständig den Abstand zwischen Benutzer und Handy und schaltet sofort auf normale Telefonfunktion um, sollte man das Mobiltelefon mit aktiviertem Freisprechen ans Ohr halten -- eine gute Idee, die das Gehör des Nutzers schont. Die Sprachqualität gefiel, nur ein leises Zirpen störte bei unserem Testgerät.
Bei dem Betriebssystem setzt Nokia wie schon beim 9210 Communicator auf das Symbian-OS. So kann man nicht nur Java-Applets, sondern auch Symbian-Programme, wie das vom Communicator bekannte Spiel Bounce installieren. Von dem 4-MByte-großen Speicher stehen insgesamt 3,6 MByte zur Verfügung, die bei häufigem Gebrauch der Kamera jedoch recht schnell gefüllt sind. Bilder, E-Mails, Termine und Kontakte lassen sich über die Infrarot-Schnittstelle oder per Bluetooth auf einen PC auslagern.
Zum Versand von Fotos als MMS-Nachricht benötigt man bislang eine SIM-Karte von T-Mobile oder Vodafon-D2, da die anderen Netzanbieter den Versand von Multimedia-Mitteilungen noch nicht unterstützen. Der E-Mail-Client des 7650 kommt sowohl mit POP3- als auch mit IMAP4-Mailservern klar und versendet Fotos auf Wunsch als E-Mail-Anhang.
Die Organizerfunktionen lassen kaum Wünsche offen. So lässt sich der Umfang der Adresseinträge am Bedarf anpassen: Wer etwa Platz für weitere Handy-Nummern oder E-Mail-Adressen braucht, kann weiter Einträge über das Optionen-Menü hinzufügen. Sogar ein kleines Foto wird gespeichert und beim Aufrufen der Kontaktdaten angezeigt.
Der WAP-Browser nutzt das groĂźe Display gut aus und stellt auch Farbbilder dar. Das Browser-MenĂĽ bietet umfangreiche Einstellungen, eine Verlaufsliste, das Speichern ganzer WAP-Seiten und Versenden der WAP-Adresse per SMS.
Der Lithium-Ion-Akku (750 mAh) reicht vollgeladen laut Nokia für bis zu 150 Stunden Bereitschaft und 4 Stunden Sprechzeit. Häufiges Herumspielen, WAPpen oder Fotografieren geht jedoch sehr zu Lasten der Laufzeit, sodass man das Ladegerät immer griffbereit haben sollte. Insgesamt ist das Nokia 7650 ein kompaktes Smartphone, das man nicht mehr aus der Hand geben möchte. Mit knapp 700 Euro ohne Vertrag liegt der Anschaffungspreis zwar auf gehobenem Niveau, dafür erhält man aber ein Multimedia-Handy mit einer umfangreichen Ausstattung. (rop)