Dämpfer für Hollywoods Video-on-Demand-Projekt
Das amerikanische Filmstudio 20th Century Fox hat seinen Rückzug aus dem gemeinsam mit Disney gestarteten Video-on-Demand-Kooperation Movies.com bekannt gegeben.
Das amerikanische Filmstudio 20th Century Fox hat seinen Rückzug aus der gemeinsam mit Disney gestarteten Video-on-Demand-Kooperation Movies.com bekannt gegeben. Das in Los Angeles ansässige Unternehmen begründete seine Entscheidung unter anderem mit einem eventuell bevorstehenden Kartellprozess. Tatsächlich leitete das US-Justizministerium Ende vergangenen Jahres Ermittlungen gegen die Filmstudios ein, da Movies.com möglicherweise gegen geltendes Kartellrecht verstoße. Auch MovieLink (alias MovieFly), unterstützt von AOL Time Warner, Sony Pictures Digital Entertainment, Paramount Pictures, Vivendi Universal und Metro-Goldwyn-Mayer, war ins Visier der Wettbewerbshüter geraten.
Doch Fox befürchtete offenbar auch, dass Movies.com nicht so gut gelaufen wäre wie zunächst erhofft. So führte ein Sprecher aus, dass man vor der Entscheidung gegen eine Fortführung des Projekts "die technischen und marktwirtschaftlichen Entwicklungen genau beobachtet" habe. Anfangs hatten Fox und Disney auf die Frage nach der erwarteten Zuschauerzahl angegeben, dass man bis zu 10 Millionen amerikanische Haushalte gewinnen wolle. Tatsächlich ermittelte das Marktforschungsinstitut Garner mittlerweile, dass bis zum Jahre 2005 die Filmdistribution über das Internet gerade einmal zwei Prozent der in diesem Bereich zu erzielenden Umsätze ausmachen wird.
Aber auch bei Disney scheint die Begeisterung für das VoD-Projekt nachgelassen zu haben: Zwar will das Unternehmen die bereits bestehende Movie.com-Homepage weiter als Infoseite für Filmfans nutzen -- davon, dass auf diesem Wege auch Filme zum Download angeboten werden, ist allerdings nicht mehr die Rede. Stattdessen spricht man bei Fox und Disney jetzt nur von "alternativen Strategien", mit denen in Zukunft Filme über das Internet verbreitet werden sollen. Darüber, wie diese aussehen, machte indes keines der beiden Unternehmen konkrete Angaben. Immerhin signalisierte Fox nach Angaben von Disney bereits seine Bereitschaft, Filme für einen eventuell in der Zukunft startenden VoD-Service von Disney bereitzustellen -- allerdings nicht exklusiv. (nij)