Gericht entscheidet im Streit um digitale WM-Übertragung [Update]
Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Köln müssen ARD und ZDF keine digitalen Übertragungen von der Fußball-Weltmeisterschaft anbieten.
ARD und ZDF müssen keine digitalen Übertragungen von der Fußball-Weltmeisterschaft anbieten. Das entschied heute das Verwaltungsgericht Köln auf Antrag eines Zuschauers, der sich auf das Grundrecht auf Information und den Gleichheitsgrundsatz der Verfassung berufen hatte. Rund eine Million Haushalte sind sind von der Ablehnung der Einstweiligen Verfügung betroffen (Az.: 6 L 1308/02).
In ihrem Beschluss teilten die Richter die Sichtweise der ARD, die die Verhandlungen mit dem Rechteinhaber KirchMedia geführt hatte. Das Recht auf digitale Übertragungen sei dem Sender zunächst gar nicht angeboten worden. Der später in Aussicht gestellte Rechtekauf sei aber mit dem Risiko von hohen Schadenersatzforderungen behaftet gewesen. Dies habe die Sendeanstalt nicht hinnehmen können, da sie zum wirtschaftlichen Umgang mit Rundfunkgebühren verpflichtet sei.
Vorsorglich ermahnte heute auch die Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (GEZ) die betroffenen Zuschauer, "trotz fehlender digitaler Empfangsmöglichkeiten" ihre Fernsehgebühren "in voller Höhe" zu bezahlen. Beim WM-Start am Freitag hatten sich hunderte Anrufer bei der ARD massiv über ausgefallene Übertragungen beschwert und die mangelhafte Informationspolitik des Senders beklagt. Auch der Kirch-Kanal SAT.1 ist vom digitalen Blackout betroffen: Die tägliche Zusammenfassung ran-WM-Fieber kann nur von Zuschauern mit einer d-box oder analog gesehen werden.
Gut lachen haben indes Nutzer von sogenannten DVB-T-Boxen oder DVB-T-Steckkarten für den PC. Diese Geräte empfangen terrestrisch ausgestrahlte digitale Fernseh- und Radio-Signale über einfache Stab-oder Zimmerantennen. Sowohl ARD als auch ZDF strahlen ihre Fußballübertragungen via DVB-T aus. Die DVB-T-Technik gibt es zwar nicht flächendeckend, aber immerhin im Großraum Berlin und seit einigen Jahren auch schon im Rahmen von Pilotprojekten in Großstädten wie Hamburg und Hannover. (dz/c't) / (em)