Tausende Spanier nach Sabotage-Aktion ohne Telefon
Tausende von Spaniern sind nach einer Sabotage-Aktion unbekannter Täter stundenlang ohne Telefon oder Fernsehempfang gewesen.
Tausende von Spaniern sind nach einer Sabotage-Aktion unbekannter Täter stundenlang ohne Telefon oder Fernsehempfang gewesen. Die Saboteure hatten nach Presseberichten in Madrid an vier verschiedenen Schnittstellen wichtige Hochleistungskabel des Telekom-Konzerns Telefonica durchtrennt. Dadurch wurden der Mobilfunk, das telefonische Festnetz, das Surfen im Internet und die elektronische Datenübertragung beeinträchtigt. Nach Angaben der Zeitung "El Mundo" war etwa die Hälfte der spanischen Bevölkerung in irgendeiner Form von den Störungen betroffen.
In der Nacht zum Samstag konnten die Verbindungen wieder hergestellt werden. Nach Angaben von Telefonica wurden die optischen Fiber-Kabel nicht versehentlich bei Baggerarbeiten zerrissen, sondern vorsätzlich mit einer Axt oder einer Motorsäge durchtrennt. "Die Saboteure wussten genau, was sie taten", sagte ein Telekom-Experte. "Sie hatten sich genau die Kabel ausgesucht, an denen sie den größten Schaden anrichten konnten."
Viele Spanier waren ohne Telefon oder hatten auf ihren Fernsehschirmen einen schlechten Empfang. Zahlreiche Geldautomaten funktionierten nicht. Auf mehreren Flughäfen in Nordspanien kam es auf Grund der Leitungsprobleme zu Verspätungen bis zu drei Stunden. Von den Störungen waren vor allem die Gegend von Madrid sowie die nordspanischen Regionen an der Atlantikküste betroffen. Das Technologieministerium und die Unternehmen der Telekom-Branche beriefen ein Krisenkomitee ein.
Die Hintergründe der Tat waren zunächst unbekannt. "El Mundo" vermutete, die Sabotage-Aktion könnte ein Vorgriff auf den Generalstreik sein, den die Gewerkschaften für den kommenden Donnerstag (20. Juni) für ganz Spanien ausgerufen hatten. (dpa) (gr)