Haushaltssperre bedroht TU Chemnitz
Fast 40 Prozent der fĂĽr den Uni-Betrieb notwendigen Mittel stehen nicht mehr zur VerfĂĽgung.
Die Leitung der Technischen Universität Chemnitz macht sich ernsthafte Sorgen um die Zukunft der Hochschule. Anlass dafür ist die Haushaltssperre in Höhe von 252 Millionen Euro, die von der sächsischen Landesregierung für das laufende Jahr verhängt wurde und das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst mit 46,1 Millionen Euro so viel wie kein anderes Ressort einsparen muss, heißt es in einer Mitteilung der TU.
Fast 40 Prozent der für den laufenden Universitätsbetrieb notwendigen Sachmittel stehen im Jahr 2002 nicht zur Verfügung. Darüber hinaus darf seit 1. Juni keine offene oder frei werdende Stelle mehr besetzt werden. Der Uni-Rektor Günther Grünthal befürchtet, dass 20 Prozent der Lehre und ein Großteil der Forschungsaufgaben an der TU Chemnitz nicht mehr weiter durchführbar sind: "Weil allein 80 Stellen von wissenschaftlichen Mitarbeitern nicht wieder besetzt werden können und Berufungs- oder Bleibeverhandlungen mit Professoren nahezu aussichtslos erscheinen, müssen wir ernsthaft überlegen, für bestimmte Studiengänge einen Immatrikulationsstopp zu verhängen. Zudem weiß ich nicht, wie wir den laufenden Betrieb unserer Großgeräte für die Forschung weiter finanzieren sollen. Damit sind auch die Sonderforschungsbereiche der Universität akut gefährdet", so Grünthal. "Durch diese Sparmaßnahmen wird der sächsische Wissenschaftsstandort ganz erheblich geschwächt und die Abwanderung junger Menschen aus der Region mit Sicherheit noch zunehmen." (tol)