BMW stellt Projekte von Car IT vor

Eher an eine Startup-Company als an ein klassisches Automobil-Entwicklungszentrum erinnert BMWs Tochterunternehmen und "EDV-Think-Tank" Car IT.

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Von
  • Carsten Meyer

Eher an eine Startup-Company als an ein klassisches Automobil-Entwicklungszentrum erinnert BMWs Tochterunternehmen Car IT, das als "Think Tank" Anfang dieses Jahres seine Arbeit aufnahm und nunmehr offiziell der Ă–ffentlichkeit vorgestellt wurde. In enger Zusammenarbeit mit der TU MĂĽnchen soll das Unternehmen Know-how, Strukturen und Prozesse zur Entwicklung fahrzeugbezogener Software innerhalb der BWM Group beisteuern.

Anlass zur Gründung der Firma gab vor allem die bequeme Wertschöpfung, die Ausstattungsdetails in Form materieloser Software im Automobilbau möglich machen. Dabei geht es den Ingenieuren der Car IT weniger um die eigentliche Implementierung, sondern vielmehr um die Umsetzung neuer Ideen und Konzepte. So kann man sich beispielsweise vorstellen, die vom Kunden für den Bordrechner gewünschten Funktionen, etwa ein Adress- oder Fahrtenbuch, an einer "Software-Tankstelle" (siehe Bild) gegen Berechnung nachzuladen. Auch ein Pay-per-Use-Modell oder eine zeitlich begrenzte Nutzung, etwa für den Urlaub, wäre hier denkbar.

Schon bei der ersten Umsetzung dieser Ideen legt man auf Datenintegrität und Sicherheit großen Wert. So nimmt der Bordrechner nur nach einem aufwendigen Zertifizierungsprozess Daten von außen an, und die in Java geschriebenen Programme laufen auf einem eigens entwickelten Echtzeit-Betriebssystem-Kern. Der 7er-Prototyp im Bild ist übrigens mit einem handelsüblichen PC-104-Board ausgestattet, das wiederum das fahrzeugeigene "I-Drive" als Eingabeschnittstelle nutzt.

Besondere Herausforderungen stellen die im Vergleich zum Automobilbau extrem kurzen Produktzyklen der PC-Technik -- während der Lebenserwartung eines Autos von 10 bis 15 Jahren würde der Bordrechner viermal komplett veralten. Der modulare Aufbau von Software und Hardware steht daher ganz vorn im Pflichtenheft. (cm/c't) / (jk)