AT&T mit Quartalsverlust von 12,7 Milliarden US-Dollar
Weil sich das US-amerikanische Unternehmen nun an die Bilanzierungsregeln nach GAAP hält, wurden Wertberichtigungen fällig.
Wertberichtigungen reißen ein großes, rotes Loch in die Bilanz von AT&T: Der größte amerikanische Ferngesprächs- und Kabelfernsehkonzern AT&T hat im zweiten Quartal 2002 einen Verlust von 12,7 Milliarden US-Dollar verbucht. Im zweiten Quartal des Vorjahres lag der Verlust noch bei vergleichsweise mickrigen 191 Millionen US-Dollar. Der Umsatz schrumpfte im zweiten Quartal um 6,2 Prozent auf 12,1 Milliarden US-Dollar. Dies war vor allem auf den Rückgang im Telefongeschäft zurückzuführen, der teilweise durch steigende Umsätze im Breitbandbereich ausgeglichen wurde.
Der riesige Verlust entstand durch Abschreibungen in Höhe von 13,1 Milliarden US-Dollar auf die AT&T-Kabelsparte, die gemäß der GAAP-Bilanzierungsregeln notwendig wurden. Der Verlust pro Aktie betrug 3,49 US-Dollar im Vergleich zu 0,05 US-Dollar im Vorjahr. Ohne die Sonderfaktoren hat AT&T 0,07 US-Dolar je Aktie verdient.
So sieht AT&T-Chef C. Michael Armstrong keinen Anlass zur Traurigkeit -- im Gegenteil: Mit einem Seitenhieb auf den bankrotten Hauptkonkurrenten WorldCom sprach er von ermutigenden Zeichen "einer Flucht zur Qualität". Die Kunden schätzten die technologische und finanzielle Stärke seines Unternehmens. Angesichts der andauernden Konjunkturschwäche und der Unbeständigkeit einiger Mitspieler der Telecom-Branche sei er über die Ergebnisse des zweiten Quartals erfreut. AT&T erwartet für das dritte Quartal einen etwas stärkeren Umsatzrückgang als im zweiten Quartal. Das Unternehmen rechnet unter Ausschluss von Sonderfaktoren mit einem Gewinn von 3 bis 6 US-Cent je Aktie. (anw)