Franzosen dominieren bei Hamburger Flash-Wettbewerb
Die Hälfte aller nominierten Flash-Filme kamen aus Frankreich, zwei der drei Awards gingen in das Land jenseits des Rheins.
Der dritte Flash-Award, in diesem Jahr erstmals Teil des Hamburger Filmfestes, geriet zu einem Heimspiel für französische Entwickler: Die Hälfte aller nominierten Flash-Kurzfilme kam aus Frankreich, zwei der drei Awards gingen in das Land jenseits des Rheins. Die lebendige französische Comicszene scheint sich auch in der kreativen Flash-Entwicklung widerzuspiegeln. In der Kategorie "Interaktiv" gewann "Plok: The French Cook" von David Berlioz. Auf Platz zwei landete mit dem Hip-Hop-Song-Automat von Kinderzimmer Productions immerhin eine deutsche Flash-Anwendung. Programmiert hat sie Thomas Scheer.
Den Publikumspreis sicherten sich die Franzosen Lili & Bekir Aysan mit einer asiatisch angehauchten Parodie der US-Fernsehserie "Magnum". In der Kategorie "Linear" (Flash-Filme ohne Interaktion) siegte der Film "Kunstbar" des Kanadiers Steve Whitehouse -- ein witziger Rundgang durch die Kunstgeschichte.
Die Flash-Animationen liefen an drei Abenden im Hamburger Kino Metropolis. Ein durchaus passender Ort, schlieĂźlich brauchen sich die gezeigten Arbeiten vor ĂĽblichen Animationskurzfilmen nicht zu verstecken. Im Gegenteil: Die Jury zeigte sich beigeistert vom hohen technischen und kĂĽnstlerischen Niveau der 282 eingereichten Arbeiten. Die Siegerfilme sollen sogar auf 35-Millimeter-Material kopiert und in deutschen Kinos gezeigt werden. Alle nominierten Filme sind ĂĽber die Homepage des Flash-Awards abrufbar.
Neben dem Flash-Award wurde auf dem Filmfest Hamburg auch der so genannte Digi@ward für Kinofilme vergeben. Teilnehmen konnten alle Filmemacher, die bei Aufnahme oder Schnitt und Nachbearbeitung digitale Technologien eingesetzt hatten. Den ersten Preis gewann die dänische Gaunerkomödie "Old Men in New Cars". Regisseur Lasse Spang Olsen ("In China essen sie Hunde") lässt darin unter anderem ein Auto quer durch den Zuschauerraum der Königlichen Oper Kopenhagen fliegen und im Orchestergraben landen. Der zweite Preis ging an den schwedischen Film "The Invisible", der komplett digital aufgenommen wurde. Die Regisseure Joel Bergvall und Simon Sandquist nutzten dabei das hochauflösende digitale Format 24P. Die erste 24P-Film überhaupt stammt von George Lucas: "Star Wars: Episode 2". (hod)