PDA-Markt im Sturzflug
Der westeuropäische PDA-Markt ist im zweiten Quartal 2002 um 28 Prozent eingebrochen.
Der westeuropäische PDA-Markt ist im zweiten Quartal 2002 um 28 Prozent eingebrochen. Wie das Marktforscherunternehmen Canalys meldet, haben die PDA-Hersteller mit rund 500.000 verkauften Geräten das schlimmste Quartal seit zwei Jahren überstanden. Ähnlich, wenn auch nicht ganz so dramatisch, sehen die Analysten von Gartner Dataquest die Lage: Sie errechneten einen Rückgang von 18 Prozent.
Hewlett-Packard konnte sich mit 30 Prozent Marktanteil (Canalys) deshalb an die Spitze katapultieren, weil die Compaq-iPAQ-Verkäufe nunmehr zur "neuen HP" zählen. Zur Freude besteht aber auch bei HP kein Anlass, denn mit einem Verlust von 28 Prozent im Vergleich zu den addierten Compaq- und HP-Zahlen des Vorjahresquartals gilt der Konzern als einer der großen Verlierer. Nur Handspring musste mit 33 Prozent Verlust mehr Federn lassen, spielt mit einem Marktanteil von wenigen Prozent aber keine große Rolle.
Einzig Sony hält den Kopf über Wasser, denn die innovativen Palm-OS-PDAs brachten dem Unterhaltungs- und IT-Konzern ganz gegen den Branchentrend ein Wachstum von 44 Prozent und damit einen Marktanteil von sechs Prozent ein. Palm verkaufte 19 Prozent weniger PDAs und behauptet sich mit einem Marktanteil von 29 Prozent knapp hinter dem HP-Compaq-Duo.
Nach Betriebssystemen aufgeschlüsselt sicherte sich Palm OS dank Sony mit 41 Prozent den Spitzenplatz, dicht gefolgt von den Windows-CE-Geräten mit 39 Prozent. Symbian kommt nach dem Ende der Psion-PDAs im Handheld-Markt weit abgeschlagen noch auf 13 Prozent.
Viele Gründe führten zu der schwachen Vorstellung im zweiten Quartal. Wegen der schwierigen Wirtschaftslage zögern die Unternehmen beim Kauf von Mobilgeräten. Viele warten auf die Pocket PCs mit XScale, die jetzt in den Handel kommen -- doch erste Tests brachten trotz höherer Frequenz (400 MHz statt 206 MHz) deutliche Performance-Nachteile im Vergleich zu den Vorgängern an den Tag (siehe Ausgabe 15/2002 von c't, S. 48). Dies dürfte die Kunden weiter verunsichern. Palm trommelt zudem für seine StrongARM-Architektur und Palm OS 5, was ebenfalls nicht zur aktuellen Belebung des Markts beiträgt: Denn die neuen Handhelds soll es erst Ende des Jahres geben. (jr)