Whitebox-Routing: DENT 2.0 "Beeblebrox" veröffentlicht

DENT hat Version 2.0 des Linux-Netzwerkbetriebssystems freigegeben. Neben einer besseren Dokumentation gibt es Secure Scaling, PoE-Control und Traffic-Policing.

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(Bild: anystock/Shutterstock.com)

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Von
  • Michael Plura

Version 2.0 "Beeblebrox" des Linux-Netzwerkbetriebssystems DENT soll vor allem die Bedürfnisse des KMU-Marktes (Kleine und Mittlere Unternehmen) adressieren. Insbesondere wurde an der Skalierung für IPv6 und NAT gearbeitet, um verteilte Standorte besser und sicherer vernetzen zu können. Die neue PoE-Steuerung (Power over Ethernet) soll das Umschalten, Überwachen und Abschalten vor allem von Geräten aus dem IoT- und PSO-Bereich (Internet-of-Things, Point-of-Sale) aus der Ferne ermöglichen. Um den DENT-Kern vor DDoS-Angriffen (Distributed Denial of Service) in Form von Broadcast-, Unicast- und Multicast-Stürmen zu schützen, fügten die Entwickler entsprechende Einstellungen zur Bandbreitenbegrenzung hinzu.

Die Dokumentation hat das Projekt ebenfalls erweitert, sie benötigt tiefgreifende Netzwerk und vorzugsweise Debian-Kenntnisse. Für Tests empfehlen die Entwickler ein Debian 10 mit GNU Make 4.3 und Docker 20.10.9.

Das DENT-Projekt ist wie DANOS – ursprünglich von AT&T als dNOS entwickelt – ein von der Linux Foundation betreutes Netzwerkbetriebssystem für den Unternehmenseinsatz, zu dessen Unterstützern unter anderem Amazon und Nvidia gehören. Statt auf proprietäre Hardware und Closed-Source-Software setzt man bei DENT auf quelloffene und freie Software wie den Linux-Kernel, Switchdev – ein Treibermodell im Linux-Kernel für Ethernet-Switches – und andere Projekte aus dem Linux-Universum. Man will dabei auch so nah wie möglich an der von den Distributionen verwendeten Code-Basis bleiben. Das wiederum bedeutet, dass Nutzer die Hardware relativ frei wählen können (Whitebox) und DENT nicht an spezielle Hardware-Hersteller gebunden ist. DENT läuft zurzeit auf diversen AMD64- und ARM64-Systemen und unterstützt bislang diverse Marvell und Mellanox MAC/ASICs.

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Weitere Informationen gibt es auf der Projektseite zu DENT. Aus dem GitHub-Repository können Interessierte den kompletten Quellcode herunterladen, fertige Binaries bietet das Projekt auf den eigenen Servern an. Das noch nicht auf einen bestimmten Termin festgelegte 3.0-Release "C" (besser "Slartibartfast") soll unter anderem Port-Isolierung, QoS-Mapping und WireGuard enthalten. Version 1 hieß "Arthur", angelehnt an Akteure in Douglas Adams "Hitchhiker's Guide to the Galaxy", und erschien Ende 2020.

(fo)