Neue Medien in der Hochschule - Runde 2
Bund und Länder wollen den Einsatz Neuer Medien in Studium und Lehre zu einem flächendeckenden und dauerhaften Angebot weiterentwickeln.
Nachdem Projekte zum Einsatz Neuer Medien in der Lehre in den vergangenen Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind, wollen Bund und Länder daraus nun ein flächendeckendes und dauerhaftes Angebot entwickeln. An den Hochschulen gebe es zwar viele anspruchsvolle Medienprojekte mit interessanten Projektergebnissen, aber die Dozenten verfügten noch längst nicht über komfortable Strukturen zum Erstellen, Aufbewahren und zum Präsentieren multimedialer Objekte, erklärte jetzt die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK). Und noch immer gebe es für die Studierenden keine netzbasierten Lehrangebote, die sie nach ihren individuellen Fähigkeiten zusammenstellen können. Die BLK-Vorsitzende, Bundesministerin Edelgard Bulmahn, erklärte dazu: "Durch das Programm "Neue Medien in der Hochschullehre" und die vielen Aktivitäten der Länder haben die Hochschulen einen entscheidenden Impuls für den Medieneinsatz erhalten. Jetzt geht es darum, die Neuen Medien im Hochschulalltag nachhaltig zu etablieren."
Bund und Länder haben konkrete Maßnahmen in sieben Kernbereichen in einem Strategiepapier festgelegt. Dazu gehört die Verbesserung und Sicherung der Qualität der Online-Angebote als Voraussetzung für eine breite Akzeptanz der Neuen Medien: So soll beim Online-Portal www.studieren-im-netz.de mit seinen derzeit über 1.700 recht unterschiedlichen Online-Angeboten deutscher Hochschulen ein Rezensionssystem geschaffen werden. Nach Meinung der BLK sollten auch die Online-Angebote in Zukunft das normale Akkreditierungsverfahren durchlaufen. Noch völlig unklar ist bisher die Anerkennung von Studienleistungen in netzbasierten Studienangeboten. Hierzu sollen Fakultäten und Fachbereichstage einen Rahmen erarbeiten. Aber auch die konkreten Rahmenbedingungen vor Ort erfüllen scheinbar noch nicht alle Wünsche der BLK: So sollen nicht nur für die technische Infrastruktur, Lernsoftware und Lernplattformen Standards entwickelt werden, sondern auch die Lehrenden besser mit den Neuen Medien vertraut gemacht werden. (anm)