Benimmregeln für Suchmaschinen-Optimierer und SMS-Werber
Mit zwei Leitfäden gibt der Deutsche Multimedia Verband Richtlinien für korrektes Suchmaschinen- und SMS-Marketing vor.
80 Prozent aller Internetnutzer suchen laut dem Marktforschungsunternehmen IDC gezielt nach Unternehmensinformationen und Produkten in Suchmaschinen und Verzeichnissen. Doch immer wieder versuchen unseriöse Online-Agenturen die Rankings von Kundensites durch technische Tricks zu manipulieren. "Bis zu 70 Prozent der Suchmaschinenanmeldungen sind falsch oder unqualifiziert", schätzt Christian Vollmert, Geschäftsführer des Bonner Suchmaschinenoptimierers luna-park.
Der Deutsche Multimedia Verband (DMMV) hat angesichts der Flut von Anmeldungs-Spam eine Empfehlung für korrektes Suchmaschinenmarketing vorgelegt. Einzelne Unternehmen wurden in der Vergangenheit von Suchmaschinenbetreibern abgestraft, indem ihre Website aus dem Index der Suchmaschine entfernt wurde. "Doch das regelmäßige Ausfiltern falsch spielender Unternehmen ist zu aufwendig für die Suchmaschinen-Betreiber", meint Vollmert. Die DMMV-Projektgruppe "Suchmaschinen", bestehend aus Suchmaschinenbetreibern und -optimierern, hat nun diesen Benmimmleitfaden vorgestellt. Unterstützt wird er auch von der Bertelsmann Stiftung mit ihrem Projekt "Transparenz im Netz".
Der DMMV empfiehlt verschiedene Methoden, um die Platzierung von Websites in den Ergebnislisten zu verbessern. So sollen Websites relevante Inhalte anbieten und einen passenden Titel und eine entsprechende Seitenbeschreibung aufweisen. Schlüsselwörter sollen den Inhalt der Website treffend beschreiben. Außerdem sollen am Anfang einer Website kurze Kommentare und Schlüsselwörter per Meta-Tags eingefügt werden. Dabei sollen Unternehmen jedoch das Marken- und das Wettbewerbsrecht beachten. Spider können zudem Websites mit mehr Text und Inhalten leichter indexieren als Seiten mit sehr vielen Grafiken. Bei Frames können Spider Inhalte nur dann indexieren, wenn das NOFRAMES-Tag genutzt wird. Auch sollten Unternehmen darauf verzichten, Websites anzumelden, die sich erst noch im Aufbau befinden.
Auch für Werbung per SMS hat der DMMV einen Knigge bereitgestellt. Denn Marketingaktionen sind schon längst nicht mehr auf Spots im TV, Radio und Anzeigen in der Zeitung begrenzt. Zunehmend werden potenzielle Zielgruppen auch per SMS umworben. Allzu oft erhält der Adressat jedoch nach der Registrierung für einen Onlinedienst oder den Zugang zu einer Webseite keine personenspezifische Werbung, sondern nur Spam, meint der DMMV. Daher verliere diese Werbeform daher deutlich an Akzeptanz.
"Mobiles Marketing kann sich langfristig nur durchsetzen, wenn es auf Kundenseite akzeptiert wird", kommentiert Marcus Gabe, AK-Leiter Mobile Internet. Hauptbestandteil der freiwilligen Richtlinie ist die Übernahme der wesentlichen Grundsätze des E-Mail-Marketings. Demnach muss der Empfänger SMS ausdrücklich gestattet oder angefordert haben. Zudem sollte er die Möglichkeit haben, die Werbung jederzeit abbestellen zu können. Empfehlenswert sei es laut dem Verband auch, die Empfänger über den Umfang und die weitere Verwendung gespeicherter Daten zu informieren. (Christiane Schulzki-Haddouti) / (jo)