Formel 1: Saisonstart ohne Sebastian Vettel
Sebastian Vettel ist an Corona erkrankt und wird beim Auftakt der Formel-1-Saison 2022 in Bahrain von Nico Hülkenberg vertreten.
Sebastian Vettel hat in der vergangenen Saison mehr Autos überholt als jeder Konkurrent. Doch mit Platz 12 in der WM wird er kaum zufrieden sein.
(Bild: Aston Martin)
Drei Tage vor dem Saisonstart der Formel 1 in Bahrain muss Sebastian Vettel seine Teilnahme absagen. Er befindet sich in seiner Schweizer Wahlheimat in der Isolation. Das beschert Nico Hülkenberg wieder einmal ein Comeback. Das Team Aston Martin machte keine Angaben zum Gesundheitszustand von Vettel. Ob der 34-Jährige eine Woche nach dem Auftakt in Bahrain im Nachbarstaat Saudi-Arabien wieder starten kann, ist derzeit fraglich.
Hülkenberg, der seit 2020 keinen Stammplatz mehr in der Formel 1 hat, tritt zu einem spannenden Zeitpunkt an. Denn mit dem veränderten Reglement begeben sich alle Teams auf unbekanntes Terrain. Zwar gibt es erste Erkenntnisse nach den Testfahrten, doch eine Positionsbestimmung auf der Strecke waren die Ergebnisse nicht. Vermutlich hat kein Team seine tatsächliche Leistungsfähigkeit gezeigt, und so dürfte sich erst im Qualifying offenbaren, welches Auto wie schnell auf der Straße ist.
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Neues Reglement
Die Chancen, dass die Seriensieger der jüngeren Vergangenheit nicht unbedingt wieder vorn stehen, sind gegeben. Denn mit dem Reglement fangen alle Teams wieder bei Null an. Die Flankenhöhe der Reifen ist geringer, die Felgen größer. Es wird ein paar Rennen dauern, bis alle gelernt haben, unter welchen Bedingungen die Pneus möglichst lange halten. Zumal die neue Rad-Reifen-Kombination auch auf eine vollkommen veränderte Aerodynamik trifft. Bislang war der Unterboden weitgehend glatt, nun kann er dazu genutzt werden, Anpressdruck zu erzeugen. Sichtbar für die Fans wird der Radikalumbau nicht nur an den Flügeln vorn und hinten, sondern vor allem an den Seitenkästen. Die Teams haben sehr verschiedene Lösungen entwickelt.
Erfahrener Ersatz
Nico Hülkenberg war zwar bei den Testfahrten nicht dabei, doch dieser Nachteil wiegt gegenüber den anderen Piloten vermutlich nicht allzu schwer. Hülkenberg hat eine Menge Erfahrung beim Abstimmen von Formel-1-Autos. Zudem musste er sich an spontane Einsätze in der Königsklasse gewöhnen. 2020 hatte Hülkenberg für Racing Point gleich dreimal einspringen müssen. Als Ersatz für Coronafall Sergio Perez verhinderte ein technisches Problem beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone seinen Renneinsatz. Eine Woche später beim 70-Jahres-Jubiläums-Grand-Prix der Formel 1 wurde Hülkenberg an selber Stelle aber gleich Siebter. Im Herbst auf dem Nürburgring sprang er nach Magenbeschwerden für Lance Stroll erneut ein und sammelte als Achter wieder Zähler.
In seinen bislang 179 Einsätzen in der Formel 1 schaffte er es nie auf das Podium. Das lag aber nicht an fehlendem Talent, sondern am stets nicht konkurrenzfähigen Auto. Hülkenberg war schon für Aston Martins Vorgängerteam Racing Point und auch für dessen Vorgängerrennstall Force India (2011, 2012, 2014-2016) gefahren. Nach seinem Vertragsende bei Renault nach der Saison 2019 hatte er kein Stammcockpit mehr bekommen. Zuletzt hatte Hülkenberg, Gewinner des Langstreckenklassikers von Le Mans 2015, von einem Engagement in der US-amerikanischen Indycar-Serie abgesehen. Für Aston Martin und Mercedes war er als Formel-1-Ersatzfahrer eingeplant.
(mfz)