Prepaid-Karten für Geflüchtete
Derzeit flüchten viele Menschen aus der Ukraine nach Deutschland. Wie können diese schnell an eine deutsche Mobilfunkkarte kommen, um erreichbar zu bleiben?
Derzeit flüchten viele Menschen aus der Ukraine nach Deutschland. Wie können diese schnell an eine deutsche Mobilfunkkarte kommen, um für Freunde und Familie erreichbar zu bleiben?
Der Gesetzgeber verlangt für die Freischaltung von Prepaid-Karten grundsätzlich einen Identitätsnachweis. In der Vergangenheit hat es dabei mit ausländischen Papieren mitunter Probleme gegeben, die Prepaid-Anbieter haben aber dazugelernt. Auf unsere Anfrage hin erklärte die Telekom, dass grundsätzlich "alle amtlichen Identitätsdokumente für die Freischaltung von Prepaid-Karten“ genutzt werden können. Dazu gehörten nicht nur Pässe und Ausweise, sondern auch Aufenthaltstitel und Ersatzpapiere für Geflüchtete wie ein Ankunftsnachweis oder eine Aufenthaltsgestattung. Vodafone versicherte, eine pragmatische Lösung zu finden, man sei dazu bereits im Dialog mit Hilfsorganisationen. O2 prüft, welche Verfahren in der Umsetzung "am praktikabelsten“ seien.
Die Netzbetreiber haben jeweils 5000 bis 10.000 kostenlose SIM-Karten für Geflüchtete bereitgestellt, dazu mobile WLAN-Router für Unterkünfte. Prepaid-SIM-Karten sind aber ohnehin kostenlos erhältlich. Eventuelle Zahlungen werden stets als Kartenguthaben verbucht. Anrufe in die Ukraine sind aus allen Mobilfunknetzen vorerst kostenlos. Helfer, die mit deutschen Mobilfunkkarten in der Ukraine unterwegs sind, können das Roaming dort kostenlos nutzen. Da die Ukraine noch kein EU-Land ist, fielen dort bislang recht hohe Gebühren an.
Keine so gute Idee ist es hingegen, als Helfer SIM-Karten auf den eigenen Namen zuzulassen und an Geflüchtete weiterzureichen. Geraten die Karten irgendwann in die falschen Hände und werden beispielsweise für Straftaten eingesetzt, stehen die Ermittler zunächst einmal bei Ihnen vor der Tür. Sie haften zwar nicht für die Straftaten anderer, aber schon unter Verdacht zu geraten kann sehr unangenehm werden.
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(uma)