Spielend den Umgang mit der Privatsphäre und dem Urheberrecht lernen
Das Spiel Carabella - Episode 1: The Quest for Tunes informiert über den Schutz der Privatsphäre im Internet und den fairen Umgang mit dem Urheberrecht.
Die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation hat gemeinsam mit Privacyactivism ein Computerspiel entwickelt, das über den Schutz der eigenen Privatsphäre im Internet und den fairen Umgang mit Urheberrechten, den so genannten 'faire use rights', informiert. Wie in ähnlichen animierten Spielen von der BSA und auch aus Schweden wird der Nutzer unter anderem über Gefahren, die sowohl von Peer-2-Peer-Netzwerken (P2P) als auch Onlineshops ausgehen, informiert.
In der Carabella - Episode 1: The Quest for Tunes betitelten Flash-Animation mimt der Spieler eine virtuelle Dame, die einige Musikstücke ihrer Lieblingsband schnell organisieren will. Der Spieler muss verhindern, dass Carabella während ihrer Suche Urheberrechte verletzt oder gegen die 'fair use rights' verstößt. Bei Erfolg winken bis zu 100 Bonuspunkte. So muss sich der Spieler anfangs entscheiden, ob er online in P2P-Netzwerken suchen will oder doch im lokalen Musikladen die CD völlig legal erwirbt.
Dass man sich nach Ansicht beider Organisationen auch im Ladengeschäft im Sinne der 'faire use rights' falsch verhalten kann, zeigt das Spiel: Wer sich nicht für das teure Import sondern für die möglicherweise kopiergeschützte Landesversion entscheidet, bleibt von der Höchspunktezahl weit entfernt. Denn eine gekaufte Musik-CD für den eigenen Gebrauch duplizieren zu dürfen, sei nach Ansicht von Kritikern der Industrie ein Recht des Inhabers des Originalmusikträgers. Umstritten ist bisher die Anzahl der rechtmäßig zulässigen Kopien und die Weitergabe an Freunde.
Das Spiel, das sicherlich keine Auszeichnung für seine Grafik erhalten dürfte, zeigt auch die mit dem Herunterladen oder Kauf von Musik im Web verbundenen Risiken. So wird man darauf hingewiesen, dass nicht nur die in P2P-Diensten versteckte Spyware sondern auch bestimmte Onlineshops die eigene Privatsphäre gefährden oder zumindest personenspezifische Informationen an Dritte weitergeben könnten. Denn sobald ein Onlineverkäufer keine Geschäftsbedingungen vorweisen kann, müssen potentielle Käufer davon ausgehen, dass die Firma personenbezogene Informationen sammelt und durchaus auch an andere Unternehmen verkauft. Weiterführende Links verweisen beispielsweise auf Webseiten wie Privacy.net, die erklären, welche Infos man beim Besuch einer Webseite dem Domaininhaber über sich verrät. (daa)