Telekom-Vorstand: Weniger Technik, mehr Inhalt fĂĽr UMTS

Unter der Überschrift "Was kommt nach UMTS?" versuchte Kai-Uwe Ricke, Vorstandsmitglied der Telekom und Mobilfunkchef des Konzerns, die Zukunft der mobilen Kommunikation zu erläutern.

vorlesen Druckansicht 68 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Inga Rapp

Unter der Überschrift "Was kommt nach UMTS?" sprach Kai-Uwe Ricke, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom und Mobilfunkchef des Konzerns, heute im Rahmen des Medienforums NRW über die Zukunft der mobilen Kommunikation. Er ergänzte die Überschrift der Veranstaltung vor allem um (notwendige) Antworten auf die (berechtigten) Fragen "Kommt UMTS?" und "Wofür UMTS?" Ricke räumte ein, dass die Investitionskosten in UMTS sehr hoch gewesen seien. Aber 23 Millionen Kunden bei T-Mobile stimmen ihn optimistisch. Auf diese Basis will er mit der neuen Technik aufbauen.

Die Visionen zur Umsetzung scheinen nicht neu. Da ist von einem "Personal Communication Device" die Rede, von einem Bildschirm in der Hand und einem Knopf im Ohr -- selbstverständlich mittels Bluetooth vernetzt -- und der Möglichkeit, wirklich unabhängig von Zeit und Raum Informationen jeglicher Art aus dem Netz zu beziehen, Musik zu hören oder Fernsehen zu schauen. Ricke geht davon aus, dass UMTS den Markt ebenso gravierend verändern wird wie T-DSL.

Ricke gesteht aber ein, dass bei der Einführung von WAP Fehler gemacht wurden. Der Schwerpunkt sei zu sehr auf die technischen Aspekte gelegt worden. Dies habe beim Kunden den Eindruck erweckt, er könne mit dem Handy ohne Schwierigkeiten durch das Netz surfen. Inzwischen habe man allerdings dazugelernt und wolle es diesmal anders angehen.

Das Handy der Zukunft werde ein "mobiles Multimedia-Terminal" sein. Das beste Terminal nĂĽtzt allerdings nichts, wenn es nicht mit Inhalt gefĂĽttert wird: Aus diesem Grund sieht die Telekom ihre neue Rolle als Multimedia-Dienstleister, der "Enabling-Funktionen" fĂĽr Kunden und Partnerunternehmen anbietet, eine Art Integrator.

Ricke sparte allerdings trotz allem Optimismus nicht mit klaren Worten zum Zeitpunkt: Dieses Jahr werde es definitiv keinen Start mehr für UMTS geben. Er prognostizierte einen eher langsamen Übergang. Die Kunden brauchen aus seiner Sicht nicht primär eine neue Technik, sondern sie verlangen vielmehr nach speziellen Diensten. Dass diese Dienste dann per UMTS umgesetzt werden, werde eher sekundären Charakter im Auge des Nutzers haben. (Inga Rapp) / (jk)